Tödliche Romanze

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Der Angeklagte (r) unterhält sich vor Prozessbeginn mit seinem Dolmetscher (l).dpa

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12. März 2013, 05:54 Uhr

Cottbus | Im neu aufgerollten Prozess um den Tod einer Frau beim Sex mit ihrem Geliebten hat der Angeklagte seine Unschuld bekräftigt. Der 61-Jährige erklärte gestern vor dem Landgericht Cottbus, er habe mit der verheirateten Frau einvernehmlichen Sex gehabt und sie nicht erstickt, wie von der Anklage behauptet. Möglicherweise habe sie gesundheitliche Probleme gehabt, von denen er aber nichts wusste.

Im Anschluss berichteten Polizeibeamte als Zeugen, wie sie die Leiche Anfang März 2009 am Badesee bei Hennersdorf (Elbe-Elster) fanden. Die 53-jährige Verkäuferin aus Finsterwalde lag halbnackt auf der Rücksitzbank eines Autos. Die Anklage wirft ihrem Ex-Freund wie schon im ersten Prozess vor gut drei Jahren Totschlag vor. Das Landgericht hatte den Mann im Januar 2010 zu neun Jahren Haft verurteilt.

Der frühere Imbissbetreiber aus Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) soll die Frau in seiner Wohnung beim Liebesspiel mit einem Gegenstand im Genitalbereich schwer verletzt haben. Dann habe er die stark blutende Frau mit einer Decke oder einem Kissen erstickt. Tatmotiv sei eine abwertende Bemerkung der Frau zu seinem sexuellen Leistungsvermögen gewesen. Die Ermittler konnten in der Wohnung keinen Gegenstand entdecken, der als Tatwaffe infrage käme.

Der Angeklagte hatte erfolgreich Revision gegen das Urteil eingelegt. Der Bundesgerichtshof ordnete eine neue Verhandlung an.

Speziell das Tatmotiv und die Todesursache der Frau sollten durch weitere Gutachten näher beleuchtet werden.

In der Erklärung des 61-Jährigen, die sein Verteidiger zum Prozessauftakt verlas, bedauerte der Mann den Tod seiner Geliebten.

Die Frau sei in ihrer Ehe unglücklich gewesen und habe sich nach körperlicher Erfüllung gesehnt. Es stimme nicht, dass sie sich beim Liebesspiel am Unglückstag vor vier Jahren gestritten hätten. "Ich verstehe gar nicht so gut Deutsch", ließ der Türke über seinen Anwalt erklären. Er ist seit Spätsommer 2010 auf freiem Fuß und hatte als Wohnsitz eine türkische Adresse genannt.

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