Tischlerberuf hat viele Facetten

Tischler Mario Lorenz arbeitet bei der Firma „Ihre Treppe“ an einer modernen CNC-Maschine . Fotos: Rene Hill
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Tischler Mario Lorenz arbeitet bei der Firma „Ihre Treppe“ an einer modernen CNC-Maschine . Fotos: Rene Hill

Innungsobermeister sieht Probleme in der Ausbildung durch Auflösung der Berufsschulklassen in der Prignitz

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11. April 2018, 11:52 Uhr

Zehn Innungen sind in der Kreishandwerkerschaft Prignitz organisiert. Wir stellen in loser Serie die jeweiligen Obermeister und ihre Innungen vor. Heute: Uwe Oppermann aus Perleberg, Obermeister der Tischler-Innung.

„24 Mitgliedsbetriebe gehörten aktuell zur Tischlerinnung“, sagt Innungsobermeister Uwe Oppermann. „Davon bilden aktuell fünf Betriebe acht junge Leute zum Tischler aus.“

Die Entwicklung ist auch an diesem Gewerk nicht vorbeigegangen. Zwischen gibt es verschiedene Spezialisierungen, wie den Bau- und Möbeltischler oder den Treppenbauer. In den großen Möbelwerken werden heute Holzmechaniker ausgebildet.

Ende des vergangenen Jahres wurde Uwe Oppermann zum Obermeister gewählt. Er übernahm das Amt von Wolfgang Telschow, der über 20 Jahre lang die Geschicke der Innung geleitet hat.

„In meiner neuen Funktion bin ich für die gesamte Innung verantwortlich“, so Uwe Oppermann. Er bekommt die aktuellen Informationen vom Landesinnungsverband. „Zweimal jährlich findet auf den Innungsversammlungen ein Erfahrungsaustausch statt“, berichtet der Obermeister. Daneben gibt es aktuelle Informationen vom Versorgungswerk, über Lieferanten, Technik und Materialien.

„Inzwischen gibt es auch wieder ein gutes Miteinander“ beschreibt Uwe Oppermann die Stimmung in der Innung. „Es gibt keine Existenzängste mehr. Die Betriebe sind spezialisiert und verweisen den einen oder anderen Kunden an das entsprechende Unternehmen.“

Das Miteinander sei auch im Zusammenspiel mit der Kreishandwerkerschaft überaus wichtig. „Dadurch, dass auch der Präsident der Handwerkskammer aus Pritzwalk kommt, sind wir Prignitzer gut integriert“, meint Oppermann. „Egal, ob Fragen zu Fördermöglichkeiten oder zum neuen Baurecht, das seit dem 1. Januar gilt, ist es wichtig, die Kreishandwerkerschaft als Partner zu haben“, ergänzt Heiko Wegner, stellvertretender Innungsobermeister.

Die beiden Tischlermeister weisen auf die alltäglichen Probleme hin: Als Handwerker gingen sie immer in Vorleistung. Die Bezahlung erfolge erst nach Abnahme. So müssten Engpässe überwunden werden. „Um das Material einkaufen zu können, sind wir auf Kleinstkredite angewiesen“, berichten sie.

Problematisch stellt sich bei den Tischlern auch die Ausbildung dar. „Wir hatten in den letzten Jahren weniger Lehrlinge, sodass dem Oberstufenzentrum Prignitz das Ausbildungsrecht entzogen wurde. „Unsere Auszubildenden müssen für die theoretische Ausbildung nach Neuruppin“, sagt Uwe Oppermann. Davor schrecken die Eltern meist zurück müssen die Tischlermeister auf den Berufsmessen immer wieder feststellen. „Daher ist jetzt auch die Zukunft der Neuruppiner Tischlerklassen in Frage gestellt“, weiß Heiko Wegner. Doch die Innung gibt nicht so schnell auf, sie will für den Tischlerberuf werben. Daher hatte die Kreishandwerkerschaft im Februar vier Busse organisiert, um interessierte Jugendliche zur Bautec nach Berlin zu fahren. Die Prignitzer Handwerker hoffen, dass auch das Gewerk des Tischlers wieder mehr Jugendliche für eine Ausbildung begeistert.

Uwe Oppermann ist seit 33 Jahren als Tischler tätig. Davon hat er 30 Jahren am gleichen Standort, in Rambow, verbracht. Damals war er noch Geselle, später Meister, bei der PGH Ausbau. Diese wurde in die Tischlereigenossenschaft e.G. umgewandelt. Der 50-Jährige löste diese vor 20 Jahren auf und machte sich selbstständig. Heute hat er drei Angestellte und ist auf den verschiedensten Baustellen in der Prignitz unterwegs.

Bisher erschienen:

• Kfz-Innung 1. Februar, Seite 14

• Elektro-Innung, 7. Februar, Seite 11

• Metallbauer-Innung, 17. Februar,

Seite 11

• Dachdecker-Innung, 27. Februar,

Seite 12

• Bäcker-Innung, 6. März,

Seite 11

SHK-Innung, 22. März, Seite 12

• Maler- und Lackierer-Innung, 5. April, Seite 11

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