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Der Prignitzer

17. Dezember 2017 | 09:21 Uhr

Disput : Tiermast bleibt ein Streit-Thema

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bürgerinitiative lehnt Großanlagen pauschal ab, stellt sich aber nicht generell gegen Prignitzer Landwirte

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 21:00 Uhr

Das Thema Massentierhaltung in der Prignitz wird weiter konträr diskutiert. Von einer durch Lobbyisten gesteuerten Medienkampagne könne aber nicht die Rede sein, sagt Helmut Adamaschek als Sprecher der Bürgerinitiative Gumtow gegen Tierfabrik (BI). Damit reagiert er auf unseren Beitrag „Landwirte reagieren auf Kritik“ vom vergangenen Sonnabend.

Aus Sicht der BI sei es zutiefst demokratisch, wenn Bürger aktiv werden, weil sie Gefahren und Belastungen durch industrielle Massentieranlagen befürchten. Bürger seien „in hohem Maße“ informiert, sagt Adamaschek, da sie Antragsunterlagen der Betreiber lesen, Gutachten zu möglichen Belastungen durch die Tierhaltung studieren.


Bürger haben anderen Blickwinkel


Dabei sei es verständlich, dass sie zwangsläufig einen anderen Blickwinkel als die Betreiber solcher Anlagen einnehmen, „bei denen naturgemäß die Ökonomie dominiert“. Auch der Blick auf die Tiere unterscheide sich: „Wenn man fragt, welche Konzessionen man aus ökonomischer Sicht an den Tierschutz und umgekehrt aus Tierschutzsicht an die Ökonomie machen muss“, so der Sprecher.

Die BI sei nicht pauschal gegen die Landwirtschaft. „Die Bürger in West- und Ostprignitz sind aufgestanden gegen geplante Anlagen ungeheurer Größe, die in keiner Weise für „die Landwirtschaft“ stehen. Sie sind der Region fremd und sollen ihr mit Fördermitteleinsatz der Landesregierung und auch ideeller Schützenhilfe des Landesbauernverbands aufgedrückt werden“, meint Helmut Adamaschek.

Die BI bedauert, dass der Kreisbauernverband eine Massentierhaltung nicht ablehnt, sondern sich mit ihr identifiziere und deshalb jegliche Gegenwehr auf die Landwirtschaft generell beziehe. Aus Sicht der BI sei dies der falsche Weg. Industrielle Massentierhaltung sei nicht „die Landwirtschaft“ in der Prignitz. Bürger, Landwirte und Politiker sollten sie gemeinsam stoppen.

Massentierhaltung bedeute eine Gesundheitsgefährdung durch die Verbreitung von Keimen in Luft, Boden und Wasser. Die BI geht noch weiter und sagt: Großbetriebe gefährden letztendlich die Existenz ortsansässiger landwirtschaftlicher klein- und mittelständischer Betriebe.

Die BI trete für eine Änderung der Förderbedingungen ein, um die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern und die Größen geförderter Anlagen nach oben zu begrenzen. Andere Bundesländer seien weiter als Brandenburg.


Fördermittel streichen


Nicht förderfähig sollten Anlagen sein, die lediglich die gesetzlichen Mindeststandards erfüllen. Brandenburg gewähre dafür bis zu 20 Prozent Förderung. Andere Bundesländer fördern Anlagen mit mehr Raum für die Tiere, so Adamaschek. Als nicht förderfähig sieht die BI Anlagen, für deren Genehmigung eine Prüfung möglicher schädlicher Umwelteinwirkungen notwendig ist. Beispiele seien Hähnchemastanlagen für mehr als 3000 Tiere oder bei Schweinen mehr als 1500 Tiere.

Gerne wolle die BI Prignitzer Betriebe besuchen und gemeinsam mit dem Bauernverband in einen Informationsaustausch über Arten der Tierhaltung treten.

Der Bauernverband Prignitz hatte sich in unserem Beitrag gegen eine Verunglimpfung des gesamten Berufsstandes gewehrt. Die Landwirte distanzieren sich von illegaler Ferkeltötung und nicht artgerechter Haltung.

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