Pinnower Decohaus : Tierfilmer lauert mit der Kamera Reptilien auf

Heiko Kiera umarmt von einer Würgeschlange: Diese ausgesetzte Python in den Everglades ist Menschen gewohnt.
Heiko Kiera umarmt von einer Würgeschlange: Diese ausgesetzte Python in den Everglades ist Menschen gewohnt.

Heiko Kiera berichtet in Pinnow über Python-Plage im Everglades-Nationalpark

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08. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Heiko Kiera hat Biss. Seine Filme über Kämpfe zwischen Pythons und Alligatoren haben den ehemaligen Schweriner berühmt gemacht. Hatte er 1989 noch als Requisiteur am Mecklenburgischen Staatstheater gearbeitet, lauert er heute mit der Kamera Würgeschlangen im Everglades-Nationalpark in Florida auf. Seine Arbeit führte ihn bis nach Hollywood und jetzt in der Vorweihnachtszeit wieder zurück in seine Heimat. Am Sonnabend, 6. Dezember, von 19.30 Uhr an berichtet der aufgeweckte Tierfilmer im Pinnower Decohaus, An der Crivitzer Chaussee 2, über seine Arbeit und zeigt atemberaubende Aufnahmen. Die Arbeit mit den Würgeschlangen ist für Heiko Kiera mehr als nur ein Job, denn sie verband ihn nach mehreren Jahrzehnten in den USA wieder mit seinen Wurzeln in Mecklenburg. 1967 war er in Güstrow in ein schwieriges Elternhaus hinein geboren worden. Er verbrachte den Großteil seiner Jugend im Schweriner Demmlerheim, studierte nach der Wende Ingenieurbau und wanderte 1993 an die Ostküste der USA aus. Dort schlug er sich als Handwerker durch, suchte aber schon damals den großen Durchbruch – allerdings nicht mit Pythons, sondern mit dem blauen Schaf „Poby“. Doch trotz Interesses bei Literaturagenten in Hollywood, New York und Chicago sowie Vorsprachen bei Disney Pictures und Pixar blieben seine Bemühungen zunächst erfolglos.

Zwischenzeitlich fühlte sich Heiko Kiera genauso ausgesetzt wie die von den Amerikanern Ende der 1990er-Jahre als Haustiere gehaltenen Pythons, von denen mittlerweile zehntausende den Everglades-Nationalpark bevölkerten. Ursprünglich stammen die bis zu acht Meter langen Würgeschlangen aus Asien, fressen sich aber mittlerweile durch die amerikanische Tierwelt: Kaninchen, Lurche und Waschbären stehen auf der Speiseliste. Pythons machen sogar den Alligatoren Konkurrenz. Diese Plage brachte Heiko Kiera den erhofften Durchbruch.

2006 kaufte der unerfahrene Filmer seine erste Kamera und legte sich mit den Schlangen zum Sonnenbaden auf die Straße. Seine Videos veröffentlichte er auf Youtube. In drei Jahren gelangen dem Auswanderer spektakuläre Filmaufnahmen – die Grundlage für den Film „Killer Aliens“, der in den USA ein Erfolg wurde. Animal Planet hatte das Filmmaterial gekauft. Heiko Kiera betrieb mittlerweile einen eigenen „Wildlife“-Sender im Internet und stieg hauptberuflich ins Filmgeschäft ein. Im September 2012 klickten sich bereits 17 Millionen Zuschauer durch seine Videos. Heute geht der Quereinsteiger in Film- und Fernsehproduktionsfirmen ein und aus, produziert für National Geographic, den Discovery Channel und Planet Animal sowie das deutsche Fernsehen.

Sein Erfolg sprach sich auch in Mecklenburg herum. Seine zwei Schwestern und ein Bruder wurden durch seine Filme auf ihren Bruder aufmerksam und führte die Familie nach 30 Jahren Trennung wieder zueinander.

Für die musikalische Umrahmung an diesem Abend wurde der Künstler John R. Carlson – ein Amerikaner in Mecklenburg – gewonnen. Die Moderation übernimmt Christine Möller. Es wird um Kartenvorbestellungen unter Telefon 03860-8215 gebeten.
 

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