Karstädt : Tiere und Technik locken Schüler

Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, erklärte den Saugreflex der Kälber.
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Christina Stettin, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, erklärte den Saugreflex der Kälber.

Kühe sind nicht Streichelobjekte und Traktoren fahren selbstständig - lehrreicher Parcours beim Tag der Landwirtschaft in Karstädt

svz.de von
16. Juni 2016, 21:00 Uhr

Ein Agrarunternehmen bei laufendem Betrieb erleben konnten gestern mehr als 220 Perleberger und Karstädter Schüler beim 1. Tag der Landwirtschaft in der Prignitz. Die Agrargenossenschaft Karstädt, der Kreisbauernverband und viele weitere Partner hatten einen Parcours mit 16 Stationen gestaltet. Es ging um Technik und Pflanzenschutz, Futtermittel, Rinderhaltung und Milchproduktion, aber auch um Naturschutz, Jagd, Angeln und Imkerei. „Wir wollen den Schülern die Landwirtschaft und deren Umfeld vorstellen. Die Mädchen und Jungen können Joghurt und andere Produkte aus unserer Milch kosten und Erzeugnisse aus Getreide wie Backwaren und Müsli“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Agrargenossenschaft, Lothar Pawlowski.

„Wir wollen Schülern und Lehrern zeigen, wie moderne Agrarwirtschaft funktioniert. Deshalb findet die Veranstaltung bei laufender Arbeit statt.“ Viele Schüler seien noch nie in einem Agrarbetrieb gewesen, hätten erste Gespräche gezeigt, so Pawlowski. „Natürlich denken wir auch an die Nachwuchsgewinnung. Wir stellen im Sommer wieder Azubis ein, geeignete Bewerber sind rar.“

Das Treiben auf dem großen Gelände animierte auch Tiere zum Mitmachen, die nicht eingeplant waren. So kam ein riesiger älterer Zuchtbulle zum Zaun, um die Besucher zu beäugen und sich streicheln zu lassen.

„Landwirtschaft ist vielfältig, hat mit moderner Technik zu tun und mit Naturschutz. Wir brauchen für die Produktion eine intakte Umwelt“, sagte Maria Maaß von AGRAR aktiv, dem Kompetenzzentrum Landwirtschaft und ländlicher Raum.

„Die Schüler sind interessiert und noch nicht so festgelegt wie ihre Eltern“, meinte Bettina Hagemann von den Länderinnen, einer Gruppe des Landfrauenverbandes.

Der Kälberstall war die Lieblingsstation der Mädchen, die begeistert die wenige Tage alten Tiere streichelten und deren Saugreflex erprobten. Deutlich zurückhaltender waren sie am Melkstand. Einigen roch es zu stark, andere trauten sich, eine Milchkuh zu berühren.

Am Futtermittelstand animierte Jörg Madaus die anfangs zögernden Mädchen und Jungen, Kraftfutter und Silage in die Hand zu nehmen und daran zu riechen. Zu Klettermaxen wurden Jungen wie Mädchen, wenn Traktoren und Mähdrescher geentert werden durften. „Die Technik hat mir am besten gefallen, besonders der Traktor, der selbst fährt“, sagte Maximilian Gerlof aus der 7. Klasse der Friedrich-Gedicke-Oberschule Perleberg. „Mir waren die Tiere lieber“, meinte Jale Gröning vom Perleberger Gymnasium, die sich auch beim Melken versucht hatte. „Die Erklärungen an den Ständen waren sehr anschaulich.“ „Der Besuch in der Agrargenossenschaft ist ein Projekttag zur Berufsorientierung. Viele Schüler kennen die moderne Landwirtschaft nicht und waren noch nie in so einem Betrieb“, erzählte Angela Hennig von der Oberschule Perleberg.

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