zur Navigation springen
Der Prignitzer

23. November 2017 | 15:48 Uhr

Tiefbaumeister im Hochwassereinsatz

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2013 | 08:26 Uhr

Weisen | "Wir brauchen unbedingt noch ein Fahrzeug für den Transport von Paletten mit Sandsäcken", spricht Mario Dahse vom Förderverein der Weisener Feuerwehr Gero Wachsmuth an, kaum dass der aus dem Auto gestiegen ist. Der Tiefbaumeister der Perleberger Tiefbau GmbH greift zum Handy. "In einer halben Stunde ist der Radlader da", sagt er kurz danach den Weisenern zu. Und schon wird er von Hans-Jürgen Arndt angehalten. "Wenn das Wasser wirklich so hoch kommt, dann läuft es in Höhe des Reitplatzes in Klein Breese den Weg lang und würde Breese von hinten packen", beschreibt der Amtsdirektor von Bad Wilsnack/Weisen. Und er bittet darum, dort noch weiteren Kies hin zu befördern, damit ein Schutzwall angelegt werden kann.

Wachsmuth gibt die Anforderungen gleich weiter, ist dabei schon auf dem Weg zur Baustelle hinter Weisen. Dort wird nämlich ein Wall errichtet zum Schutz des Ortes vor dem Hochwasser der rückstauenden Stepenitz. Jede Menge Kies ist bereits aufgeschichtet und verfestigt, an einigen Stellen schon mit Planen abgedeckt. Freiwillige Helfer, darunter auch Feuerwehrleute aus dem Landkreis Barnim, beschweren alles mit Sandsäcken. Die werden gar nicht weit entfernt von der Baustelle befüllt. Auch hier packen viele Freiwillige mit an.

Für Gero Wachsmuth, der in diesen Tagen die Hochwasserschutz-Hilfe seines Unternehmens koordiniert, ist das aber nicht die einzige Baustelle. Der stellvertretende Wehrführer von Quitzöbel legt auch ein Augenmerk auf seinen Heimatort. "Wir haben dort schon Technik am Deich stationiert. Da ist es zwar derzeit nicht akut, aber die Deiche müssen überwacht werden, vor allem, falls die Havel wie 2002 geflutet wird", erklärt er. 5000 Sandsäcke seien schon an den Haveldeich gebracht worden, noch mal so viele sollen folgen, "um hier schnell reagieren zu können oder auch beim Elbdeich, wenn der Durchlässe bekommt", beschreibt Wachsmuth. Entscheidend für ihn, was Quitzöbel anbelangt, ist das Wehr Neuwerben. Ob es geöffnet wird, liege aber nicht in brandenburgischer Hand, "die Entscheidung trifft Sachsen-Anhalt". Noch, so schätzt er ein, "ist Luft zwischen Havel und Elbe", obwohl die Havel auch schon lange voll sei.

Die Perleberger Tiefbau GmbH ist in diesen Tagen mit voller Technik auch an anderen Orten im Einsatz für den Hochwasserschutz. "Wir fahren schon die ganze Woche Kies zu verschiedenen Abfüllstationen wie zur Lebenshilfe, zum Oberstufenzentrum und zur Prignitzer Chemie in Wittenberge", berichtet Geschäftsführer Burkhart Geisler. "Unsere Leiter sind auch am Wochenende in Einsatzbereitschaft, wir haben auch Kollegen kurzfristig für den Hochwassereinsatz freigestellt", fügt er hinzu. Neben dem Tiefbau sei auch die Stahlbau GmbH in Einsatzbereitschaft. "Sollte es nötig werden, dann verbauen wir den Raw-Tunnel in Wittenberge, um die Stadt vor dem rückstauenden Stepenitzwasser zu schützen", erklärt Geisler, der ausdrücklich die Einsatzbereitschaft seiner Mitarbeiter lobt.

Die rückstauende Stepenitz ist wie beim jedem Elbehochwasser ein besonderes Problem. Jahrelang haben die Breeser um einen Deich gekämpft, bis heute ergebnislos. Amtsdirektor Hans-Jürgen Arndt hat dafür kein Verständnis mehr. "2002, 2006 und 2011 standen die Minister hier vor Ort, passiert ist aber nichts. Ich hoffe nur, dass wir den Kies, der jetzt für den Hochwasserschutz rangefahren wird, dann gleich für den Neubau des Breeser Deiches nutzen", erklärt er und sagt weiter: "Die wollten ohnehin ursprünglich 2013 mit dem Bau beginnen. Jetzt ist doch ganz aktuell wieder Gefahr im Verzug, also sollte es endlich losgehen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen