Technisches Hilfswerk Wittenberge : THW stellt keine Rettungsboote

Ohne Rettungsboote würde es weder ein Elbtreiben noch ein Stromschwimmen geben.
Ohne Rettungsboote würde es weder ein Elbtreiben noch ein Stromschwimmen geben.

Ortsbeauftragte Birka Eschrich: Motoren nicht einsatzfähig.

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17. Juni 2019, 20:00 Uhr

Erstmals seit Jahren sicherte das Technische Hilfswerk Wittenberge (THW) nicht den Elbebadetag mit ab. Es stellte für das Stromschwimmen und Elbetreiben keine Rettungsboote zur Verfügung. Die seien nicht einsatzbereit, hatte die Ortsbeauftragte Birka Eschrich begründet. Dem widersprechen Mitglieder des THW. Veranstalter Lutz Lange ist enttäuscht.

„Wenn alle unsere vier Boote nicht einsatzbereit sind, wäre das fatal“, sagt Roberto Brehme, der selbst 15 Jahre lang an der Spitze des THW stand und Eschrichs Vorgänger war. Er sagt, nur das Jet-Boot habe einen Motorschaden. Auch das Argument, die Mitglieder hätten bereits sehr viele Ausbildungsstunden leisten müssen, erscheint ihm fragwürdig. „Am Wochenende gab es eine, aber darüber hinaus hatten wir in diesem Jahr nicht viele reguläre Ausbildungen“, sagt Brehme. Der Elbebadetag habe eine überregionale Bedeutung, das sollte das THW berücksichtigen. Er selbst und Marco Eiz, ebenfalls Mitglied im THW, haben in anderen Booten mitgeholfen. Beide seien ausgebildete Bootsführer. „Für uns war das eine Frage der Solidarität“, hieß es.

Birka Eschrich bleibt am Montag gegenüber unserer Zeitung bei ihrer Aussage. „Zwei Motoren laufen nicht einwandfrei, deshalb habe ich als Ortsbeauftragte entschieden, dass diese Boote nicht einsatzfähig sind.“ Darüber sei auch die THW-Regionalstelle informiert. Wie lange die Motoren bereits kaputt seien, gehöre nicht in die Öffentlichkeit. „Das ist intern“, sagt Eschrich. Das Jet-Boot habe ebenfalls einen kaputten Motor und das verbleibende vierte Boot sei zwar heil, aber der Motor mit 15 PS nicht sonderlich stark.

Über die Ausbildung könne Brehme nicht urteilen. „Er erscheint ja selbst nicht regelmäßig zum Dienst“, sagt Eschrich. Sie habe am vergangenen Wochenende nachweisbar keine Leute gehabt und in den kommenden Wochen stünden diverse Ausbildungen an.

Hinzu komme ein Streit über das Benzingeld. Vereinbart mit der Freizeitpark Wittenberge GmbH als Veranstalter sei, dass nach dem Einsatz die Boote aufgetankt werden. Das habe in den Vorjahren nicht immer funktioniert, so Eschrich. Ihre Mitglieder hätten das kritisch angesprochen. „Die Entscheidung, nicht am Elbebadetag teilzunehmen, haben wir auf der Ortsausschuss-Sitzung im Januar getroffen“, sagt Birka Eschrich.

Geschäftsführer Lutz Lange ist irritiert. „Die Absage erreichte uns am vergangenen Mittwoch“, sagt er. Gerade für die Stromschwimmer sei eine gute Absicherung extrem wichtig. „Sie schwimmen ohne Neopren, da kann immer etwas passieren“, so Lange. Er verstehe den Widerspruch in den Aussagen nicht. „Wo bleibt die Ehrlichkeit?“ Die Tankabsprachen hätten bestanden, die Boote konnten auftanken, so Lange. Die Bootsführer des THW seien sehr gut ausgebildet, seien eine wichtige Unterstützung. Er sei dankbar, dass Brehme und Eiz von sich aus ihre Hilfe anboten.

„So eine Haltung kannte ich bisher vom THW nicht“, sagt Lange. Dieses befinde sich nicht in einem „luftleeren Raum“. Er sei dankbar, dass Feuerwehr und andere Helfer wie in den Jahren zuvor zuverlässig die Veranstaltung unterstützt hätten. „Wir hätten aber das THW mit seiner guten Ausrüstung zusätzlich gebraucht.“

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