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Der Prignitzer

20. November 2017 | 05:15 Uhr

Bad Wilsnack : Therme will sich verdoppeln

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach 15 Jahren endet der Pachtvertrag zwischen Kristallbäder AG und Bad Wilsnack – eine Formalie, die Investitionen erleichtern soll

svz.de von
erstellt am 02.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Eine große Portion Idealismus gehörte vor 15 Jahren schon dazu, in Bad Wilsnack rund acht Millionen Euro in den Neubau einer Therme zu investieren. Am 21. Dezember jährt sich dieses Datum – gefeiert wurde bereits am vergangenen Freitag. Auf den Begriff „entvölkerte Region“ kommt Heinz Steinhart, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kristall Bäder AG sowie Geschäftsführer der Thermen in Bad Wilsnack und in Ludwigsfelde, auch nach dieser langen Zeit immer wieder zurück. „Ein Bad hatte hier eigentlich keine Chance – so zumindest äußerten sich seinerzeit die Skeptiker“, sagte er gestern in einem Telefoninterview mit dem „Prignitzer“. Torsten Jacob, Amtsdirektor von Bad Wilsnack/Weisen, bezeichnet die 15 Jahre als Erfolgsgeschichte, für beide Seiten und steht mit dieser Meinung nicht allein da.

15 Jahre lang ist bzw. war die Kristallbäder AG Pächterin und Betreiberin der Therme, die Kurstadt Eigentümerin. Mit Ablauf dieser Zeit ändert sich dies: Der Pachtvertrag endet, die Bäder AG wird ins Grundbuch eingetragen. „Für Gäste und Mitarbeiter bleibt alles wie gehabt“, blickt Heinz Steinhart voraus. Für die Finanzierung der geplanten weiteren Investitionen sei es auf jeden Fall ein Vorteil, selbst Besitzer zu sein. 40    000 Quadratmeter Land kaufte das Unternehmen bereits vor einiger Zeit dazu, um die Kapazität perspektivisch zu verdoppeln. Derzeit besuchen jährlich rund 360 000 Gäste den Wohlfühltempel in Bad Wilsnack. „Je größer das Bad, desto anziehender ist es für die Menschen“, verdeutlicht Heinz Steinhart und meint damit solche Großprojekte, wie die Therme in Erding (Josef und Jörg Wund), die selbst mit dem Slogan „Größte Therme der Welt“ für sich wirbt.

Obgleich diese Dimension für Bad Wilsnack nicht geplant ist, geht Steinhart von Investitionen in Höhe von 25 bis 30 Millionen Euro in der Kurstadt aus, in naher Zukunft. Dass investiert werde, stehe fest. Die Geschwindigkeit der Umsetzung hänge ein wenig auch von Fördergeldern ab, so Steinhart. Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, der diese und die Erweiterung des Caravanplatzes zum Inhalt hat, wird gerade von einem Perleberger Ingenieurbüro erarbeitet und lag dem Stadtparlament bereits vor. Die Pläne für den Bau der so genannten Premiumsauna mit allem, was dazu gehört, sind fertig. Für bestimmte gesundheitliche Probleme und körperliche Leiden sollen künftig spezielle Anwendungen geboten werden. „Damit möchten wir die Verweildauer der Gäste in der Region erhöhen“, sagt Steinhart und liegt damit auf einer Linie mit Bad Wilsnacks Bürgermeister, Dieter Spielmann. „Wir sind mit unterschiedlichen Initiativen dabei, die Touristenzahlen zu erhöhen.“ Den Bau eigener Unterbringungsmöglichkeiten plant die Kristallbäder AG indes nicht, sondern will sich auch künftig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Als Erfolg verbuchen sowohl Bad Wilsnack als auch AG, dass die Stadt eine gut funktionierende Therme erhielt, ohne einen Cent dazu zu bezahlen. Die Therme trug die Investitionskosten über die Jahre in Form der Pacht an die Stadt und investierte darüber hinaus weitere rund fünf Millionen Euro, u. a. in die Errichtung des Salzsees und der Megasauna „Dom“. „Nicht normal für einen Pächter. Aber wir taten das stets mit Blick auf die Zeit nach den 15 Jahren, die der Pachtvertrag läuft und auch mit Blick auf das Ende der Fördermittelbindungsfristen“, erläutert Heinz Steinhart. Vertraglich vereinbart war von Beginn an, dass nach Ablauf der 15-Jahresfrist die Kristallbäder AG Besitzerin der Therme wird – und nicht die Stadt, was theoretisch auch möglich gewesen wäre. Dann jedoch hätte Bad Wilsnack seinerzeit das volle wirtschaftliche Risiko tragen müssen. „Das konnte die Stadt nicht“, fasst es Torsten Jacob zusammen. Finanzielle Spareffekte, die sich jetzt mit Veränderung der Eigentümerschaft ergeben, sollen – so Heinz Steinhart – den 70 Thermenmitarbeitern zugute kommen.  

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