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Der Prignitzer

19. November 2017 | 17:10 Uhr

Kristalltherme : Therme: Premiumsauna kommt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kristallbäder AG hält an Erweiterungsplänen für Bad Wilsnack fest

von
erstellt am 19.Dez.2014 | 08:00 Uhr

Dass die Kurstadt und die Kristallbäder AG, die in Bad Wilsnack die Therme betreibt, in jüngster Vergangenheit einen Schmusekurs fuhren, kann man nicht gerade behaupten. Für Unmut hatte 2013 u. a. die Art und Weise des Eintreibens einer Gewerbesteuernachzahlung beim Unternehmen gesorgt. Auch das Projekt „Premiumsauna“ fand, gelinde gesagt, keinen uneingeschränkten Applaus. Vorwürfe in Richtung einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ wurden diesbezüglich unter anderem laut.

Andererseits seien Qualitätsverbesserungen und mehr Leistungen – das Ganze auf deutlich großzügigerem Platz – das Gebot der Stunde, machte Heinz Steinhart, Aufsichtsratsvorsitzender der Kristallbäder AG, diese Woche in einem Gespräch mit dem „Prignitzer“ deutlich. Er bekräftigte auch, dass das Unternehmen an den für Bad Wilsnack geplanten Projekten nach wie vor festhalte und diese auch umsetzen werde. „Mit der Premiumsauna verdreifachen wir unsere Kapazität. Um auf Dauer hier überleben zu können, müssen wir mit Qualität und Größe punkten“, sagt Steinhart mit Blick auf ein in Potsdam geplantes Vorhaben, das mit großzügigen öffentlichen Zuschüssen errichtet werden soll und mit Dumping-Preisen an den Start gehen wolle. Die Bad Wilsnacker Therme wird sehr stark vom Berliner Publikum genutzt. 80 Prozent der jährlich rund 360 000 bis 380 000 Besucher kommen aus über 50 Kilometern Entfernung. „Wir möchten mit der Premiumsauna ein Wahlrecht, eine Alternative schaffen. Dabei geht es nicht darum, zwischen Menschen erster und zweiter Klasse zu unterscheiden. Wir verstehen uns zudem als Wellnessbereich für sehr viele Hotels im Umkreis“, erläutert Steinhart die Idee. Was die Ansprüche der Thermennutzer angehe, sei seiner Ansicht nach in den zurückliegenden 20 Jahren ohnehin ein Umdenken erfolgt. Zeit und Qualität spielen eine größere Rolle als Geld, beobachtet Heinz Steinhart.

Am 18. Dezember 2000 wurde die Kristall Kur- und Gradiertherme in Bad Wilsnack eröffnet, sie geht jetzt ins 15. Jahr. „Und sie sieht picobello aus“, lobt Steinhart damit auch sein rund 100-köpfiges Team in der Kurstadt. Darin sind die Mitarbeiter in der Gastronomie, die von Pächter Karsten Buls betrieben wird, eingerechnet. An den Start gegangen sei man einst mit 40 Leuten, erinnern sich Heinz Steinhart und Nicole Schlegel, die selbst seit gut zehn Jahren als Betriebsleiterin fungiert.

Millionen an Investitionen flossen in den Standort. Zur ursprünglichen Therme nebst Gradierwerk gesellten sich im Laufe der Jahre das 12-Prozent-Becken, der Salzsee, die Megasauna „Dom“, Eisnebelgrotte, Wintergarten sowie der Caravanstellplatz nebenan und jüngst ein Streichelzoo hinzu. Zudem erhielt die Physiotherapiepraxis an der Therme ihre Kassenzulassung. Für die schon länger geplante Erweiterung sei Vorratsgelände gekauft worden, sagt Heinz Steinhart und ergänzt, dass im kommenden Jahr weiter in den Caravanplatz investiert werden soll, man ihn attraktiver machen wolle.

Trotz der Tatsache, dass mitunter Sand im Getriebe war, bezeichnet Steinhart das Modell Bad Wilsnack-Kristalltherme als vorbildlich. Die Stadt habe keinen einzigen eigenen Cent berappen müssen, erhielt die Pachtzahlungen stets pünktlich. „Wir waren 15 Jahre zum Erfolg verpflichtet“, konstatiert er.

Obgleich Ende nächsten Jahres der Pachtvertrag mit der Kurstadt ausläuft, sieht sich die Kristallbäder AG weiter als Betreiber in der Pflicht. „Wir können und werden hier keinen Quadratmeter wegtragen. Für die Gäste ändert sich nichts“, so Steinhart. In einem Gespräch mit den neuen Führungsspitzen – Bad Wilsnacks Bürgermeister Dieter Spielmann und Amtsdirektor Torsten Jacob – sei in dieser Woche deutlich geworden, dass man die Partnerschaft pflegen wolle. Heinz Steinhart soll eine Einladung zur Stadtverordnetenversammlung erhalten, um dort die nächsten Vorhaben präsentieren und erläutern zu können. Und er äußert einen Wunsch fürs neue Jahr: „Bad Wilsnack sollte mehr feiern, sich dafür Anlässe suchen. Feiern locken Menschen an.“

 

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