zur Navigation springen

Wilsnacker Therme baut aus : Therme hält an Erweiterung fest

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kristall Bäder AG erwarb Hotel und Gasthof „Erbkrug“ in Groß Lüben / Bauarbeiten für Sozialtrakt und Gastro-Bereich direkt an der Therme

von
erstellt am 03.Sep.2016 | 10:00 Uhr

Auch wenn sich im Vordergrund vielleicht nicht so viel tut, wie es sich mancher wünscht: Im Hintergrund arbeitet die Kristall Bäder AG aus dem bayerischen Stein – in der Prignitz vertreten mit der Kristall-Therme Bad Wilsnack – intensiv an verschiedenen Projekten. An Vorhaben, die noch bis vor kurzem maßgeblich von AG-Geschäftsführer Heinz Steinhart forciert worden sind. Steinhart erlag am 5. Juli einer schweren Erkrankung. Der 73-Jährige litt seit längerer Zeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Seine Pläne indes, so Vorstandsvorsitzender Gerd Bittermann, würden umgesetzt.

In allererster Linie betrifft das die millionenschwere und schon seit längerer Zeit angedachte, großzügige Erweiterung der Therme, unter anderem um einen Premium-Saunabereich. Das Bad Wilsnacker Stadtparlament fasste für den notwendigen Bebauungsplan einen Aufstellungsbeschluss. Die Ideen seien präsentiert worden, es gäbe auch einen Lageplan, allerdings bis dato noch keinen Bebauungsplanentwurf, sagte Peter Rollenhagen, Bauamtsleiter in der Amtsverwaltung von Bad Wilsnack/Weisen, auf Nachfrage des „Prignitzers“. Beauftragt mit der Planung ist die Ingenieur-Gesellschaft-Perleberg (IGP). Karsten Schulz von der IGP erläuterte, dass der genannte Schritt unmittelbar bevorstehe, man allerdings dafür die Umweltberichte abwarten und noch einarbeiten müsse – ein normales Prozedere, auf das man bei diesem Projekt zudem ganz besonderes Augenmerk lege, weil sich das künftige Bauareal am Rande des Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, in einem Kurort befinde. Die entsprechenden Grundstücksankäufe seien getätigt. Insgesamt handelt es sich um rund 40 000 Quadratmeter. Obgleich man sich mit einem Eigentümer zunächst einmal nicht einigen konnte, habe das keinen Einfluss auf die geplante Erweiterung, wie Gerd Bittermann bestätigte. Diese Fläche liege am Rand. Der zusätzliche Platz soll auch für die Vergrößerung der Pkw-Stellflächen genutzt werden – entgegen schon geäußerter Vorstellungen aber nicht als Parkhaus, sondern ebenerdig. „Wir wissen, dass die Erweiterung nötig ist. Die Voraussetzungen sind gegeben und der Standort Bad Wilsnack ist es allemal wert. Die Therme läuft gut, wir sind sehr zufrieden“, so Bittermann gegenüber dem „Prignitzer“. Er machte in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass sich das Unternehmen in Brandenburg auf die Weiterentwicklung seiner beiden Standorte – Ludwigsfelde und Bad Wilsnack – konzentriere. Die Pläne für die Blütentherme in Werder/Havel liegen indes nicht mehr auf dem Tisch der Kristall Bäder AG. Die Stadt Werder und der Konzern hätten sich einvernehmlich getrennt, so Bittermann. Insgesamt gehören zwölf Thermen zur Bädergruppe.


Nutzung für „Erbkrug“ bereits umrissen


Jüngstes „Kind“ der Kristall Bäder AG ist das Hotel „Erbkrug“ in Groß Lüben. Seit knapp vier Jahren stehen Gasthof und Herberge leer. Letzte Besitzer und Betreiber waren Bernd und Doreen Christiansen, die den „Erbkrug“ am 1. Januar 2003 von Eckhard Belau aus Bad Wilsnack übernahmen. Er wiederum erwarb die Gaststätte 1975 von Familie Weiß, führte das Haus 28 Jahre lang, zu DDR-Zeiten als Kommissionshandel, ab der Wende privat. Belau erweiterte die Gastronomie um einen Hotelanbau, der im April 1993 eröffnet wurde. Von 1993 bis 2001 wurde die Lokalität stark von Koch Knut Diete – später „Kranhaus“-Koch in Wittenberge – mitgeprägt. Die Pläne der Bäder AG mit dem „Erbkrug“ weichen sehr wahrscheinlich von der bisherigen Nutzung als Hotel und Gaststätte ab – das allerletzte Wort sei darüber aber noch nicht gesprochen, so Gerd Bittermann. Derzeit seien hier Betriebswohnungen für Mitarbeiter vorgesehen, die man einstellen wolle und die nicht aus der Region kämen. „Gegenwärtig sehen wir eine Hotelnutzung nicht vor“, so der Vorstandsvorsitzende.

Mit den Thermen-Mitarbeitern haben auch die Container zu tun, die im hinteren Teil des Gebäudes aufgestellt worden sind. „Der Sozialtrakt ist über die Jahre nicht mit dem größer gewordenen Kollegenteam mitgewachsen, eine Entlastung war dringend notwendig. Eine schnelle Lösung sind jetzt die Container. Perspektivisch soll das aber mit einem Anbau gelöst werden. Auch räumliche Veränderungen für Küche und Gastronomie sind in diesem Zusammenhang angedacht. Das wird alles jetzt geplant und voraussichtlich 2017 umgesetzt“, erklärt Gerd Bittermann.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen