Teureres Essengeld: Antrag zur Staffelung abgelehnt

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14. März 2013, 10:02 Uhr

Perleberg | Noch nicht ganz "abgegessen" scheint die geplante Verteuerung des Essengeldes für Frühstück, Mittag und Vesper in den städtischen Kitas zu sein. Nachdem die Beschlussvorlage, über die die Stadtverordnetenversammlung am 11. April abstimmen wird, vergangene Woche den Sozialausschuss passierte, stand sie am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Finanzausschusses. Auch dieses Gremium entschied sich mehrheitlich für die Anhebung der Gebühren - bei einer Gegenstimme. Die kam von Klaus Herpich (Linke).

Er hatte versucht, einen Antrag einzubringen, nach dem die Beiträge fürs Essen in den Kitas sowie fürs Mittag an den beiden städtischen Grundschulen abhängig vom Einkommen der Eltern gestaffelt werden sollte, ähnlich wie man es auch bei den Kita-Gebühren macht. Sein Ansinnen zielte vor allem auf jene Elternhäuser ab, die mit ihrem Einkommen knapp über den Bemessungsgrenzen für etwaige Vergünstigungen liegen. Denn, sozial benachteiligte Familien erhalten bereits einen Sonderzuschuss, der den Essenspreis für die Kinder entsprechend reduziert. Kämmerin Ute Brüggemann entgegnete, dass der Preis von 3,20 Euro für eine Rundumversorgung in der Kita, inklusive Getränken, keineswegs zu viel sein könne.

Seit 2001 haben sich die Essenspreise in den städtischen Kindereinrichtungen nicht verändert: 2,30 Euro für Frühstück, Mittag und Vesper in der Krippe und im Kindergarten sowie 1,85 Euro fürs Mittagessen der Schulkinder. Kostendeckend ist dies längst nicht mehr in Anbetracht der gestiegenen Preise für Lebensmittel, Energie und der Lohnkosten. "Die tatsächlichen Kosten liegen um 92 Prozent höher als die derzeit geltenden für die Essenversorgung. In Cent und Euro sind das 4,42 Euro pro Tag für die Krippen- und Kindergartenkinder und 3,55 Euro pro Portion für das Mittagessen der Grundschüler", erläuterte Sachgebietsleiterin Birgit Moschinski bereits vor einer Woche gegenüber dem "Prignitzer". Eine Erhöhung des Essengeldes sei unausweichlich, allein 2011 zahlte die Stadt nur für das Mittagessen einen Zuschuss von 185 000 Euro. In diesem Jahr weist die Kalkulation 150 000 Euro aus, wenn die geltenden Preise bestehen bleiben. Dazu kämen noch 34 849 Euro, Geld mit dem die Stadt allein 2012 das Mittagessen für Kinder aus sozialschwachen Familien aller Perleberger Kitas und Horte bezuschusste. Im Durchschnitt waren es 183 Kinder monatlich, die dadurch ein warmes Mittagessen bekamen. Sukzessive sollen die Beiträge nun bis 2015 erhöht werden. Die Stadt leistet aber auch dann immer noch einen beträchtlichen Zuschuss.

Dass eine Erhöhung kaum zu verhindern sei, sieht auch Klaus Herpich. Nur würde er für eine sozial verträglichere Variante plädieren. Und auch die betroffenen Eltern spenden keinen Beifall: Matthias Steffen, Elternteil an der Kita "Knirpsenland", verfolgte die Diskussion vorgestern im Ausschuss. Gegenüber unserer Redaktion äußerte er, dass es schon ein ziemlich drastischer Kostensprung sei, den nicht alle Eltern so ohne weiteres verdauen würden. Zudem seien sie nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen worden. Qualität, so Steffen, habe natürlich ihren Preis. Der Familienvater fragt sich jedoch, ob man nicht auch bei den Kosten für Strom, Gas oder Wasser an der Preisschraube drehen könnte.

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