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Museum ist eine Baustelle : Teileröffnung zum Jubiläum im Visier

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt- und Regionalmuseum wieder eine Baustelle / Entscheidung über Gestaltung der Expositionen steht noch aus

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Seit Anfang Dezember ist das Stadt- und Regionalmuseum wieder eine Baustelle. Nach Umbau und Neugestaltung der Bereiche Stadtgeschichte im Jahre 2008 und der Archäologie 2012 ist nun der dritte Bauabschnitt an der Reihe, bestätigt auf Nachfrage Martina Hennies vom Kulturamt der Stadt.

Rund 752 000 Euro sind als Baukosten veranschlagt. Dabei muss man aber stets ins Kalkül ziehen, dass es sich um ein historisches Gemäuer handelt, man beispielsweise durch das Öffnen der Deckenverkleidung aus den 1960er Jahren vor Überraschungen hier nie ganz gefeit ist. Einen Beleg dafür liefert auch das Dach- und Obergeschoss, wo im Holzbereich noch Schäden festgestellt und nun untersucht werden müssen, wie von Bauamtsleiter Hagen Boddin zu erfahren ist.

Das zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete Fachwerkgebäude, heute Mönchort 7, beherbergte von 1803 bis 1907 die städtische Höhere Mädchenschule. Bis 1930 nutzte man das Haus dann als Landwirtschaftliche Winterschule, und am 26. Juni 1931 wurde hier das 1905 gegründete Museum eingeweiht, erfährt man in der Broschüre „Rundgang durch die historische Altstadt“. In der Zwischenzeit wurden die Nebengebäude Mönchort 8 bis 11 hinzugekauft. Was sich dem Betrachter heute fassadenmäßig als Einheit bietet, sind aber kleine einzelne aus Lehm gebaute Häuser. Sie zu sanieren, sei schon eine Herausforderung, vor allem auch für den Architekten und Baubegleiter Klaus Röpke, räumt Martina Hennies offen ein.

Mit dem dritten und letzten Bauabschnitt soll nun der Eingangsbereich des Stadt- und Regionalmuseums ein neues, einladendes Gesicht erhalten, ein Raum für Sonderausstellungen bzw. Veranstaltungen entstehen, die Exposition zur Stadtgeschichte fortgeführt sowie die Prignitzer Volkskunde baulich und gestalterisch komplett erneuert werden. Die finanziellen Mittel für den Umbau sind gesichert. Hinsichtlich der Gestaltung der Ausstellungen seien noch keine abschließenden Entscheidungen gefallen, so die Kulturamtsmitarbeiterin. Auf jeden Fall wolle man den Bogen bis in die jüngste Gegenwart sprich ins 20. Jahrhundert spannen. Bis dato reichte der gezeigte Fundus bis in die Zeit um 1900. In welchem Gesicht sich die Expositionen jedoch zeigen werden – modern, angelehnt an die Präsentation der Archäologie, oder mehr als Synthese aus historischem Gebäude und Themenbereiche – das stehe noch nicht fest. Sicher werden die historischen Schränke in die Ausstellung zur Stadtgeschichte wieder integriert, in welcher Form, darüber können noch keine Aussagen getroffen werden. Auch der eigentliche Fertigstellungstermin steht damit noch in den Sternen. Doch zum Stadtjubiläum „775 Jahre Perleberg“ Ende Juni wolle man zumindest einen Teil des Museums wieder für die Besucher öffnen. „Die Archäologische Ausstellung, der neue Empfangsbereich und der Raum für Sonderausstellungen und Veranstaltungen sollten bis dahin nutzbar sein, zumindest streben wir das an“, umreißt Martina Hennies den Zeitplan.

Derweil sind die Trockenbauer, Maurer, Elektriker und Heizungsbauer im Haus emsig am Wirken. Doch bevor überhaupt die Handwerker hier loslegen konnten, sorgten die Mitarbeiter des Stadtbetriebshofes für „Baufreiheit“. Sie haben den kompletten Fundus verpackt, ihn zuvor teilweise fachgerecht zerlegt und für den Transport vorbereitet. „Und das war eine Menge, bedenkt man, dass bis in die kleinste Dachschräge alles als Stauraum genutzt wurde“, ergänzt die Kulturamtsmitarbeiterin, die zugleich den Kollegen des Stadtbetriebshofes Dank und Anerkennung zollt. Denn auch so manches nicht gerade leichte Möbelstück musste den Weg über die schmale, steile Museumstreppe nehmen. „Wir haben nicht nur viele museal wertvolle Stücke, sondern auch sehr sensible. Für einige mussten spezielle Transportkisten angefertigt werden, damit auch nichts zu Bruch geht.“

Alles ist sicher anderweitig verstaut bzw. wurde staubsicher abgedeckt wie die Klimakammer oder die Archäologieausstellung. Das Haus ist faktisch leer, der Fußboden fast komplett abgedeckt, es wird gehämmert, gemauert, Leitungen werden neu verlegt – das Museum ist eine einzige Baustelle.

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