zur Navigation springen
Der Prignitzer

21. November 2017 | 04:02 Uhr

Teilerfolg im Kampf gegen die Raupen

vom

svz.de von
erstellt am 22.Jul.2013 | 06:30 Uhr

Prignitz | Die konzentrierte kreisweite Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in diesem Jahr wertet der Landkreis als Koordinator positiv. Aber der Erfolg ist nicht überall gleich gut und das hat Ursachen. Dies ist das Ergebnis einer Auswertungsrunde mit den Kommunen und der Forst. Gefallen ist die Entscheidung, dass die Bekämpfung im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll.

Die Vertreter der Oberförstereien Bad Wilsnack und Gadow zeigten sich trotz unterschiedlichen Erfolgs insgesamt zufrieden, teilt der Landkreis mit. Wichtig sei jetzt, die Ursachen für die stellenweise nicht so erfolgreiche Bekämpfung zu ergründen. "So wurde eingeräumt, dass die leicht befallenen Waldflächen für die Bekämpfung nicht erfasst wurden und sich von dort aus die Spinnerpopulation wieder entwickeln konnte", heißt es in der Pressemitteilung. Auch eine teils nicht ganz sorgfältige Befliegung wurde bemängelt.

Holger Galonska als Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Ferbitz fordert ebenfalls, dass die Bekämpfung auf allen und nicht nur den stark befallenen Forstflächen erfolgen sollte. Wo in diesem Jahr auf Grund eines leichteren Befalls nicht bekämpft wurde, sei es jetzt wieder schlimm. Er gehe davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der Eichenbestände nach mittlerweile mehrjährigem Fraß massiv bedroht seien. Einhellig sprach sich die Forst für eine erneute konzentrierte Bekämpfung im nächsten Jahr aus.

Auch die Berichte der einzelnen Kommunen machten laut Landkreis Unterschiede deutlich. Offensichtlich war die Wirkung der Maßnahme in den am stärksten befallenen Gebieten im Westen des Kreises besser als in einigen Regionen weiter östlich. Lenzen sprach von einer 75-prozentigen Erfassung und einem recht guten Erfolg. Positiv hätten sich auch Plattenburg, Meyenburg und Wittenberge geäußert.

Andreas Grieswald vom Stadtbe triebshof Wittenberge berichtete von einer mittleren bis starken Reduzierung des Befalls in und um Wittenberge und betonte ebenfalls die Notwendigkeit, auch die schwächer befallenen Gebiete mitzunehmen. Voraussetzung für eine wirkungsvolle Bekämpfung sei eine akribische Erfassung. Groß Pankow informierte über einen guten Erfolg auf den beflogenen Flächen, wobei großflächig neuer Befall zu beobachten sei. Auch wurde eine bessere Abstimmung untereinander angemahnt.

Die Vertreter aus Putlitz-Berge und Gumtow vermeldeten einen eher mäßigen Erfolg und einen zum Teil sogar höheren Befall als im Vorjahr. Gleiches war aus Pritzwalk zu hören, wobei sich dort die Fraßschäden in Grenzen halten. Teilerfolge sah Karstädt. In der Runde wurde deutlich, dass es sowohl bei der Erfassung als auch bei der Abstimmung untereinander noch Reserven gibt.

Eine insgesamt deutliche Verbesserung an ihren Straßen beobachtet die Kreisstraßenmeisterei (KSM). An den Kreisstraßen habe es seit über 15 Jahren Probleme mit dem Spinner gegeben. Eine kontinuierliche Bekämpfung habe dazu geführt, dass es heute keinen Kahlfraß mehr gibt und auch keine "Prozessionen" mehr beobachtet werden, sondern nur noch Nester, berichtet Werner Veit von der KSM. Man reagiere im Nachgang zur Befliegungsaktion jetzt mit Absaugen, um die Wirkung zu unterstützen.

Der Kreis hatte die Koordination übernommen, nachdem es im vergangenen Jahr einen massiven Befall mit den Raupen gegeben hatte. Betroffene Anwohner hatten über gesundheitliche Probleme geklagt, Tourismusanbieter befürchteten einen Imageschaden für die Region, Ferienlager wurden teilweise abgesagt. Das Problem war, dass die Bekämpfung bis dahin nur sporadisch und unkoordiniert im Kreis lief. Daraufhin wurde die Verwaltung aktiv, ging finanziell auch in Vorleistung.

Die Bekämpfung

2124 ha Fläche wurden besprüht, 6372 Liter Dipel ES verbraucht. Die Hubschrauber waren vom 16. bis zum 28. Mai an insgesamt sieben Flugtagen im Einsatz. Die Kosten betragen 626 683 Euro, der Kreis übernimmt die Mehrkosten von 60 274 Euro. Besonders engagiert waren Ordnungsämter der Städte und Gemeinden, die dort agierenden Feuerwehren und beteiligte Bürger sowie die Polizei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen