Technikvirus überquert Ländergrenzen

<strong>Kurt Mayer,</strong> Udo Weiß und Manfred Toppel vom historischen FF-Team Grabow. Der 311er Wartburg von 1958 lief in ihrer Wehr als Führungsfahrzeug. Nun hegen und pflegen ihn die Männer als Oldtimer. Nach Beuster waren sie noch mit einem LF 16 und einem K 30 gekommen.
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Kurt Mayer, Udo Weiß und Manfred Toppel vom historischen FF-Team Grabow. Der 311er Wartburg von 1958 lief in ihrer Wehr als Führungsfahrzeug. Nun hegen und pflegen ihn die Männer als Oldtimer. Nach Beuster waren sie noch mit einem LF 16 und einem K 30 gekommen.

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22. Juli 2012, 08:34 Uhr

Beuster | Im Museumsverein in Beuster zählt nicht, woher jemand kommt, sondern, dass er vom Technikvirus befallen ist und dann möglichst noch eine besondere Liebe für die Blaulichtfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei, Rettungswesen und Armeen entwickelt hat.

Das Altmarkdorf gleich hinter der Elbe und damit der Landesgrenze beherbergt einen hochkarätigen Technikschatz: 100 historische Blaulichtfahrzeuge. Seit Samstag sind die Wagen in Reih und Glied auf dem Freigelände in Beuster/Esack aufgebaut. Die Museumswoche hat begonnen. "Das ist die Gelegenheit für Interessierte, alle Fahrzeuge unter freiem Himmel und viele davon auch in Aktion zu erleben", sagt Ralf von Hagen, Vorsitzender des Museumsvereins. Auch die Wagen aus dem Fundus in Wittenberge haben er und die anderen Technikfreaks im Verein über die Elbe nach Beuster gesteuert. "Die Vorbereitungen für die Museumswoche sind enorm aufwändig. Wir führen und betreiben unser Blaulicht-Museum im Ehrenamt", sagt von Hagen, entschädigt werden die Vereinsmitglieder und die anderen Helfer mit dem hohen Besucherzuspruch schon an den ersten beiden Tagen.

Dass sich Sonnabend zur Eröffnung nicht allein der für Beuster zuständige Altmarkbürgermeister Ewald Duffe einfand, sondern auch sein Wittenberger Amtskollege Dr. Oliver Hermann hat nichts mit dem Umstand zu tun, dass von Hagen Elbestädter ist. Duffe wie Dr. Hermann schätzen das touristische Potenzial der Elbregion, wollen den Strom nicht als trennend, sondern als verbindend verstehen.

Für Vereinsmitglieder und Besucher ist das schon längst gelebter Alltag. Timo und Ramona Pump mit Sohn Danny kommen aus Wittenberge, engagieren sich in dem altmärkischen Museumsverein. Petra Mundt und Peter Keller ebenso. Und auch Andreas Thäger aus der Elbestadt ist nach eigenen Worten vom Virus befallen. Er hat extra Urlaub genommen, "weil zur Museumswoche jede Hand gebraucht wird", sagt er. Und dann erzählt er von dem Trabi, den er sich jetzt angeschafft hat. "Wenn man einmal mit historischer Technik angefangen hat, kommt man nicht mehr von los."

Peter Keller begrüßt als VP-Oberleutnant die Gäste und füllt sich im Blaulicht-Museum "super wohl". Der ehemalige Polizist engagiert sich hier seit seiner Pensionierung und deshalb "vermisst er seine Arbeit überhaupt nicht". Als Verkaufsstellenleiter führt er durch den historischen Konsum, der ebenfalls Museumsbestandteil ist. "Meine Lieblingsrolle. Die Leute sind immer ganz begeistern, erzählen von früher, haben den Geschmack von damals noch auf der Zuge."

Von Hagen erklärt, weshalb der Konsum ebenso wie beispielsweise der Zeitschriftenkiosk in das Blaulicht-Museum gehören: "Wir zeigen keine tote Technik, sondern wie sie funktioniert. Alle Fahrzeuge sind Teil einer vergangenen Alltagskultur, unseres Lebens. Das demonstrieren wir und wollen es künftig noch ausbauen."

Mit diesem Konzept fasziniert das Blaulicht-Museum: Peter Kaping ist total begeistert. Als der Leiter des Katjuscha-Chores vom Haus der Begegnungen Wittstock um den Auftritt in Beuster gebeten wurde, "habe ich nicht einmal gewusst, dass es das Dorf gibt". Nun ist er von den Socken, was Leute hier auf die Beine stellen, und das auch noch ehrenamtlich. Anerkennung auch von der Wittenberger Familie Weise, die mit ihrem kleinen Enkel Connor eine Runde mit der Feldbahn dreht. Aus dienstlichen Gründen sind Peter Habedank und Jörg Seifert über die Elbe gefahren. Die Prignitzer Polizisten beraten länderübergreifend in Sachen Prävention. Und die sehe bekanntlich in Brandenburg nicht anders aus als in Sachsen-Anhalt.

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