Zukunft mit Mindestlohn : Taxigebühren bleiben stabil

Bernd Buttcherist Taxifahrer in Wittenberge: „Ich bin für eine moderate Erhöhung der Gebühren, weil der Mindestlohn eventuell nicht gezahlt werden kann und Firmen dann vor dem Aus stünden.“
Bernd Buttcher ist Taxifahrer in Wittenberge: „Ich bin für eine moderate Erhöhung der Gebühren, weil der Mindestlohn eventuell nicht gezahlt werden kann und Firmen dann vor dem Aus stünden.“

Einführung des Mindestlohnes führt vorerst zu keiner Erhöhung, denn der Kreis hatte 2012 bereits neue Entgelte beschlossen.

svz.de von
14. November 2014, 08:00 Uhr

Im Landkreis Prignitz wird es zunächst keine Anhebung der Taxigebühren geben. Das bestätigt Jürgen Nüsse, Sachbereichsleiter Verkehr beim Landkreis. Damit folgt die Prignitz nicht den Forderungen des deutschen Taxiverbandes. Der drängt wegen der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro zum Jahresbeginn 2015 auf eine schnelle Erhöhung der Taxitarife.

„Die Tarife müssen schnell nach oben angepasst werden, sonst stehen von den 200 000 Arbeitsplätzen im Taxigewerbe rund 50 000 auf der Kippe“, sagte der Präsident des Taxi- und Mietwagenverbandes Michael Müller vor wenigen Tagen. In vielen Städten haben Verbände eine Tariferhöhung von bis zu 30 Prozent beantragt. Nicht so in der Prignitz.

„Wir haben die Tarife im September 2012 angehoben“, sagt Nüsse. Grundlage für die damalige Entscheidung des Kreistages war ein Gutachten. Dieses hatte nach einer Analyse der Situation der hiesigen Taxiunternehmen eine Anhebung empfohlen.

Zwei Varianten stellte der Gutachter zur Diskussion. „Wir sollten die Tarife bis 2014 in zwei Etappen oder gleich in einem größeren Schritt anheben“, so Nüsse. Verwaltung und Abgeordnete entschieden sich für die zweite Variante.

„Einerseits war der Unterschied kaum relevant und außerdem wollten wir Planungssicherheit für einen längeren Zeitraum schaffen“, begründet Nüsse. Die Taxitarife müssen von den Kommunen genehmigt werden, da das Taxi formell zum Öffentlichen Personennahverkehr zählt.

„Aktuell haben wir die Stufe erreicht, die das Gutachten für 2014 empfohlen hatte“, so Jürgen Nüsse. Der Mindestlohn spielte 2012 zwar noch keine Rolle, aber man wolle abwarten, wie er sich auswirkt. Dann könne immer noch über Konsequenzen entschieden werden.

Eine Besonderheit des Prignitzer Taxigewerbes bestehe darin, dass bis zu 90 Prozent der Einnahmen aus Krankenfahrten stammen. Die dafür angewandten Tarife werden mit den Krankenkassen ausgehandelt. Somit stammen im Durchschnitt nur zehn Prozent der Einnahmen aus der Beförderung nach dem öffentlichen Tarif.

Der damaligen Erhöhung hatten die Taxiunternehmen zugestimmt, wenn auch nur mit knapper Mehrheit, sagt Nüsse. Einige hatten die Befürchtung, dass bei höheren Tarifen noch mehr der an sich schon wenigen Fahrgäste wegblieben.


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