Taxifahren könnte teurer werden

<fettakgl>Der Vorstand des neu gegründeten Taxi- und Mietwagenverbandes Prignitz e. V. (v. l.):</fettakgl> Horst Wagner (Pritzwalk; Vorsitzender), Uwe Hippel (Wittenberge; 1. Stellvertreter), Bernd  Buttcher (Wittenberge; 2. Stellvertreter), Sybille Ecknigk (Pritzwalk; Kassenwartin).
Der Vorstand des neu gegründeten Taxi- und Mietwagenverbandes Prignitz e. V. (v. l.): Horst Wagner (Pritzwalk; Vorsitzender), Uwe Hippel (Wittenberge; 1. Stellvertreter), Bernd Buttcher (Wittenberge; 2. Stellvertreter), Sybille Ecknigk (Pritzwalk; Kassenwartin).

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20. Juni 2012, 06:09 Uhr

Prignitz | Still ruhte der See im Prignitzer Taxigewerbe - bis Dienstagabend: In Pritz walk gründete sich der Taxi- und Mietwagenverband Prignitz e. V. Zehn Gründungsmitglieder unterzeichneten die Satzung. Auch ein Vorstand wurde gewählt. Damit setzt die Branche in der Region ein Zeichen, das so nicht unbedingt vorhersehbar war. Was die Prignitzer Unternehmer zum einen spaltet, zum anderen aber auch eint, ist die seit Langem schwelende Diskussion um die Erhöhung der Taxitarife.

Im Grunde genommen wird seit 1990 zu ein und demselben Preis gefahren. Eine Anpassung gab es lediglich 2001 - zur Umstellung von D-Mark auf Euro. Einige Taxiunternehmen befürchten, dass die Kundschaft ausbleibt, wenn man die Preise erhöht. Gefühlt zumindest überwiegt jedoch der Wunsch, die Tarife den stark gestiegenen Betriebskosten anzupassen. Das wurde auch am Dienstag in der von der Industrie- und Handelskammer initiierten Zusammenkunft deutlich zum Ausdruck gebracht.

Laut Personenbeförderungsgesetz sind Landkreise und kreisfreie Städte für die Festlegung der jeweiligen Beförderungstarife zuständig. Veränderungen bedürfen jeweils eines Kreistagsbeschlusses. Dem frisch gegründeten Verein obliegt nun die Aufgabe, die Interessen der 22 Prignitzer Taxi- und Mietwagenunternehmer gebündelt gegenüber dem Landkreis bzw. dem Kreistag zu vertreten.

Annegret Dobberstein vom zuständigen Sachbereich der Kreisverwaltung legte vorgestern Abend dar, was sich seit dem Spätsommer vergangenen Jahres tat, als der Disput um die Prignitzer Taxitarife erneut aufgeflammt war. Seinerzeit wurde festgelegt, dass der Landrat ein Gutachten erarbeiten lässt, das feststellt, welche Tarife auskömmlich sind. Dieses sollte ursprünglich zum 29. Februar vorliegen. Nach einer Fristverlängerung wurde es nun erst zum Ende des vergangenen Monats fertig. "Es enthält zwei Vorschläge. Die Kernaussage geht in Richtung Gebührenerhöhung", so Annegret Dobberstein. Die Vorschläge, zu deren inhaltlichen Details sie sich allerdings in dieser Runde nicht äußern durfte, werden nach der Sommerpause in den Ausschüssen des Kreistages beraten. Eine Beschlussfassung noch im Herbst sei vorstellbar, so Dobberstein. Die anwesenden Taxiunternehmer stellten klar, dass ihnen das Procedere zu lange dauere und dass sie mit Hilfe des neu gebildeten Vereins Druck in Richtung einer schnellen Lösung aufbauen wollen.

Heinz Kirle vom Taxiverband Brandenburg begrüßte die Vereinsgründung und stellte zugleich dar, dass die Befürchtungen zu Umsatzeinbußen bei einer Fahrpreiserhöhung unbegründet seien. "Die Tarife sind beispielsweise auch in Potsdam erhöht worden. Deswegen fahren aber nicht weniger Leute Taxi."

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