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Investitionen : Tausend Millionen für die Prignitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landesinvestitionsbank und Landkreis ziehen kurz nach dem 25. Jahrestags der deutschen Wiedervereinigung eine positive Wirtschaftsbilanz

von
erstellt am 11.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Eine Eins mit neun Nullen machte gestern die Runde: Seit 1990 wurde eine Milliarde Euro im Landkreis Prignitz gewerblich investiert – klingt viel, ist auch viel. Immerhin konnten damit knapp 5000 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen, zahlreiche weitere erhalten werden. Die Übersicht hatte die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) auf Anregung der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz erstellt. „Bei der Verabschiedung eines Wirtschaftsförderers im Herzogtum Lauenburg – unserem Netzwerkpartner – ist mir unlängst solch eine Zusammenstellung von Zahlen und Fakten begegnet. Vom Zeitpunkt her bot sich das jetzt auch für uns hier mal an“, erläutert Uwe Büttner, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz (WFG).

Um das Ganze auch optisch in Szene zu setzen, überreichte gestern Tillmann Stenger, Vorstandsvorsitzender der ILB, in der Meyenburger Möbel GmbH an Landrat Torsten Uhe einen symbolischen Fördermittelbescheid über die Milliarde, in der der ILB-Anteil 250 Millionen Euro beträgt. Die Mittel stammen aus dem Programm „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW-G). „Das war auf jeden Fall kurz nach der Wende eines der guten Instrumente, die von den alten in die neuen Bundesländer übertragen worden sind. Es stand viel Geld zur Verfügung“, verdeutlichte gestern Tillmann Stenger. Mit Zuschüssen aus diesem Programm konnte man der Kapitalschwäche ostdeutscher Unternehmen und Investoren entgegenwirken, die Finanzierungsmöglichkeiten über Banken anschieben. In der Prignitz sei mit dieser Unterstützung viel erreicht worden. „Die anfängliche Skepsis erwies sich im Laufe der Jahre als unbegründet“, sagte der ILB-Chef, der gestern auch betonte, dass er gern in die Prignitz komme, hier schon viele wunderbare Momente erlebt habe.

Die ILB-Fördermittel flossen seit 1990 in 632 Vorhaben, u. a. auch in mehrere Betriebsstättenerweiterungen der Meyenburger Möbel GmbH. Der allererste Antragsteller, so Uwe Büttner, sei seinerzeit die TUL agroservice GmbH in Falkenhagen gewesen – ein Unternehmen, das in den Jahren danach ein starkes Wachstum an den Tag legte. 200 000 Euro Fördermittel seien damals auf diesen Antrag bewilligt worden. „Die besagten gut 600 Anträge sind reine Förderanträge für direkte Wirtschaftsinvestitionen. Insgesamt wurden aus dem Landkreis seit 1990 rund 1500 Anträge an die ILB gestellt – in einem großen Spektrum, das unter anderem Forschung, Entwicklung, Coaching, Konversion und viele andere Wirtschaftsbereiche berührt“, ergänzt Büttner die dargebotenen Zahlen und Fakten. Hinzu kämen Anträge und Mittelbewilligungen für landwirtschaftliche Investitionen sowie aus EU-Programmen.

Dietmar Gornig, Geschäftsführer der Meyenburger Möbel GmbH, stellte gestern klar, dass er sich sehr geehrt fühle, weil gerade sein Unternehmen als Ort für den symbolische Akt ausgewählt worden sei. Als Ein-Mann-Betrieb startete die Firma 1946, hatte später zwei Standorte in Meyenburg. In der Nachwendezeit sei auch der Gewerbepark Prignitz in Falkenhagen im Gespräch gewesen. Man blieb aber Meyenburg treu, wo das Werk heute eine Produktionsfläche von gut 58 000 Quadratmetern belegt. Auf Vorratsflächen können auch in der Zukunft Erweiterungen stattfinden. Von knapp 150 Mitarbeitern 1990 wuchs deren Zahl auf heute stabil um die 500 – trotz voranschreitender Automatisierung, von der sich gestern die Gäste bei einem Betriebsrundgang überzeugen konnten. Das Unternehmen produziert vordergründig für den schwedischen Konzern Ikea, liefert die Produkte weltweit direkt in die Möbelhäuser und ist für Ikea auch Partner bei Neuentwicklungen.  

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