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Untersuchung in Wittenberge : Taucher tasten Brückenpfeiler ab

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Und finden quasi nebenbei eine Flaschenpost aus Losenrade. Hauptuntersuchung der Straßenbrücke über die Elbe

von
erstellt am 19.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Seit 30 Jahren taucht Helmut Müller. Dass ihm eine Flaschenpost direkt an der Nase vorbeischaukelt, das sei ihm aber noch nie vorgekommen, sagt der diplomierte Ingenieur. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Tom Kürten und Boris Müllenbach tauchte Müller zu Wochenbeginn an der Elbbrücke B 189 im wahrsten Sinne des Wortes ab. Die Männer vom Ingenieur Taucher Team aus Stipsdorf waren mit ihren Spezialkenntnissen gefragt.

Turnusgemäß wird die Straßenbrücke, die sich in Hoheit der Landesstraßenbauverwaltung von Sachsen-Anhalt befindet, alle drei Jahre einer einfachen und alle sechs Jahre einer Hauptprüfung unterzogen. Den Auftrag dazu erhielt das Hallenser Ingenieurbüro Alasti-Plan. Die wiederum holten sich die Tauchingenieure ins Boot, denn zur Hauptuntersuchung gehöre, wie Alasti-Plan sagt, auch die handnahe Prüfung der Strompfeiler.

Die Tauer erklären, dass auch sie nach der DIN 1076 für Hauptprüfungen arbeiten müssen. Das bedeute, sie tasten die unter Wasser befindlichen Teile der Strompfeiler systematisch Zentimeter für Zentimeter ab und prüfen so deren Zustand. Die Elbe machte ihnen das Tauchen nicht leicht. „Wir hatten da unten so gut wie keine Sicht“, sagen Kürten und Müllenbach. Zu den Untersuchungsergebnissen dürfen sie keine Auskunft geben. Aber so viel sagt Müller doch: „Wenn etwas wäre, müssten wir natürlich sofort handeln.“ Die Männer müssen aber nicht handeln.

Tom Kürten und Boris Müllenbach verladen ihr Boot.
Tom Kürten und Boris Müllenbach verladen ihr Boot. Foto: baha
 

Zurück zur Flaschenpost, die Müller aus dem Wasser gefischt hat. Die Flasche sah noch ziemlich jungfräulich aus, kann noch nicht lange im Wasser gewesen sein. Und tatsächlich: Als die Taucher den innen liegenden Zettel vorsichtig entrollen, erfahren sie, dass die elfjährige Paula aus Losenrade gegenüber von Wittenberge die Flaschenpost am Montag dem Strom anvertraute – sicher in der Hoffnung, dass sie noch ganz weit reist. Keine vergebliche Hoffnung, denn die Taucher haben die Flasche samt Inhalt wieder der Elbe anvertraut.
 

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