zur Navigation springen
Der Prignitzer

17. November 2017 | 22:37 Uhr

Schwimmbad wird 50 : Tauchen mit dem Hai

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

50 Jahre Schwimmbad Perleberg– Spaß an Land und im Wasser

von
erstellt am 17.Aug.2014 | 21:00 Uhr

Zeitweise feucht von oben und unten und dennoch „war es schön“, wie Dagmar Bönkendorf dem Fest zum 50. Geburtstag des Schwimmbades bescheinigt. „Natürlich hätten wir uns Sonne pur gewünscht, übern Tag kamen dennoch rund 700 Besucher, einschließlich Gäste“, gibt sich Lutz Lange von der Bäder GmbH, die das Schwimmbad der Rolandstadt bewirtschaftet, sichtlich zufrieden. Und wer kam, der hatte zumeist auch einen Mordsspaß, ob im Wasser oder beim Volley- und Fußball an Land. Und eines ist bereits gebongt: Auch 2015 wird es das Drachboottauziehen wieder geben, versichert Lange.

Seine Beziehung zum Bad der Rolandstadt ist sicher keine alltägliche. 50 Jahre ist er alt, wie das Schwimmbad. Mit fünf lernte er hier das Schwimmen, mit sechs machte er seinen ersten Kopfsprung, der ein satter Bauchklatscher wurde, mit 14 Jahre legte er den Rettungsschwimmer ab.

1995 startete er gemeinsam mit Manuel Krüger als Zwei-Mann-Betrieb mit dem Schwimmbad in die Selbstständigkeit. Woran erinnert man sich aber besonders? „Ich bin nebenan im Neubau großgeworden. Das Schwimmbad war immer der Treff für die Jugend.“ Gänsehaut bekomme er noch heute, wenn er an die Wiederholungsprüfungen für Rettungsschwimmer denke. Alle zwei Jahre ging es da ins Becken, zumeist bei 15 Grad Wasser- und 13 Grad Lufttemperatur.

Bei Wind und Wetter, „nur nicht wenn es in Strömen gießt“, wie Dolly Heinemann (67) einräumt, sind sie jeden Morgen kurz nach 10 Uhr im Wasser – die weißen Schwäne, wie Schwimmmeister Frank Möller seine Seniorenschwimmerinnen nennt. So alt wie das Bad selbst, so lange sind Anneliese Kohlhepp (87) und Dolly Heinemann hier von Mai bis September Dauergäste. „Früher ging es gleich nach dem Dienst hierher“, berichtet die 87-Jährige. Sie dürfte der lebende Beweis sein, dass Bewegung fit und Wasser jung hält.

800 bis 1000 Meter legen sie jeden Morgen im nassen Element zurück, „ganz gemütlich, ohne jegliche olympische Ambitionen“, fügt Christina Kaul (59), sie ist seit zwei Jahren dabei, an. Zur Schwanenfamilie gehören noch Erika Rohenstein (71), Inga Beckus, Irene Bruda und Regina aus Rosenhagen. Die drei letztgenannten waren Samstag verhindert.

Den meisten bekannt ist Dorina Kirchstein. Nach Sabine Ritter mit Mann waren die Kirchsteins das zweite Schwimmmeisterehepaar, das auch im Bad wohnte. „15 Jahre“, ergänzt die Thüringerin, die heute wieder in ihrer alten Heimat lebt, aber regelmäßig in Perleberg vorbei schaut. Von März 1980 bis 1990 war die gelernte Zootechnikerin hier Rettungsschwimmerin. „Viel hat sich gerade in dieser Zeit verändert, immer wieder entstand Neues, man konnte zusehen.“

Die kleinen Rankengewächse, die sie noch in die Erde stecke, sind prächtig gediehen. Vor 30 Jahren, „unsere Tochter war drei, da hatten wir hier 3000 Leute.“ Sommerferien wurden grundsätzlich im Schwimmbad verbracht, und so waren am Ende blonde Haare durch das Kupfersulfat, das gegen die Algen eingesetzt wurde, leicht grün, erzählt sie schmunzelnd.

Spaß und Sport verbindet Klaus Tonagel mit dem Schwimmbad. Hier war er als Schwimmer erfolgreich, war Trainer, Übungsleiter und Kampfrichter. Und er war dabei, als das Bad im NAW (Nationales Aufbauwerk) einst gebaut wurde. „Ich habe mitgeschaufelt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen