Erschwerte bedingungen : Tagespflege lebt mit der Baustelle

Statt auf den Hof, müssen die Gäste der Awo-Tagespflege rund 200 Meter zu den Kleinbussen des Fahrdienstes gebracht werden.
Statt auf den Hof, müssen die Gäste der Awo-Tagespflege rund 200 Meter zu den Kleinbussen des Fahrdienstes gebracht werden.

Pflegedienstleitung der Awo im ständigen Dialog mit der Bauleitung. Verständnisvolle Gäste und Angehörige

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21. November 2017, 05:00 Uhr

„Die Situation wird immer problematischer“, sagt Margrit Zander, Pflegedienstleiterin der Awo-Begegnungsstätte in der Bäckerstraße 20. „Als die Bauarbeiten begannen, konnten wir mit unseren Fahrzeugen noch sehr nah an die Baustelle heranfahren. Doch jetzt stehen immer mehr Firmenwagen in der Wilsnacker Straße, so dass es nicht einfach ist, unsere Gäste in die Begegnungsstätte zu bringen.

Rückblick: Bis zum 7. August konnte der Fahrdienst die Gäste auf den Hof fahren und von dort auch wieder abholen. Doch seit dem Beginn der Bauarbeiten am 8. August kommt kein Fahrzeug mehr auf den Hof, denn genau vor der Einfahrt wird am neuen Kreisel gebaut.

Jetzt heißt es bei Wind und Wetter, die Gäste mit ihren Rollstühlen bereits in der Wilsnacker Straße aus den Fahrzeugen zu holen und sie über den Fußweg ins Haus zu bringen. „Der Fußweg ist sehr schlecht, auch wenn Gummimatten ausliegen“, sagt Margrit Zander. Nicht einfach sei es dadurch auch für die Gäste, die noch gehen können, und für die die Treppe zu schwer ist. „Es bedeutet für unsere Fahrdienstmitarbeiter mehr Rollstuhltransfers“, berichtet sie. „Das sorgt natürlich auch für einen Stimmungsumschwung bei unseren Gästen, weil sie extra Wege in Kauf nehmen müssen“, ergänzt ihre Stellvertreterin Mandy Zoll. Doch habe es trotz aller Probleme keine Abmeldungen gegeben. Von Beginn an sei man mit der Bauleitung und den Angehörigen im Gespräch. „Wir hoffen jetzt nur, dass die Bauarbeiten im Dezember beendet werden, und unsere Gäste im Winter wieder bis vor die Tür fahren können“, meint Margrit Zander. Durch den nassen Sommer gehören inzwischen auch Regencapes und -schirme zur Ausstattung, um die 16 Gäste trocken in die Begegnungsstätte bringen zu können.

Seit der Informationsveranstaltung im Sommer haben auch die Verantwortlichen der Stadt den Prozess begleitet. Robert Kazmierczak, Sachbearbeiter Verkehrswesen, hat sich damals schon als Ansprechpartner zur Verfügung gestellt.

Ilse Hoffmann gehört zu den Gästen, die am Nachmittag wieder mit dem Fahrdienst nach Hause fahren. „Es geht ja nicht anders“, sagt sie nach der Situation befragt. Leider treffen die Awo-Mitarbeiter immer wieder auf Unverständnis bei Besuchern der Arztpraxis, die sich im gleichen Haus befindet, wenn es an der Treppe mal etwas länger dauert. Und die Radfahrer, die nach wie vor nicht absteigen, bilden für die Senioren eine Gefahr. „Gerade in dieser Situation wünschen wir uns mehr gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis“, sagt die Pflegedienstleiterin. „Aber stattdessen gibt es Nachbarn, die holen die Polizei, weil unser Fahrdienst kurzzeitig in der zweiten Reihe stehen muss.“

Aber wenn die Borde gesetzt sind, so in einem Gespräch mit der Bauleitung, „dann sollen wir als erste wieder ganz nah ’ranfahren dürfen“, blickt Margrit Zander optimistisch in die Zukunft. „Wir haben immer das Beste aus der Situation gemacht und hatten stets verständnisvolle Gäste und Angehörige.“

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