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Ende einer kulturellen Institution in Wittenberge : Tage des Kulturbundes scheinen gezählt

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Mitglieder sollen am Samstag über Auflösung entscheiden / Kein Nachfolger für Dietrich Nehrenberg in Sicht

von
erstellt am 28.Sep.2016 | 12:00 Uhr

„Jazz im Keller“, zahlreiche Konzerte und Diskussionsrunden, wie „Stadtpolitik im Scheinwerferlicht“: Der Kulturbund hat den Veranstaltungskalender in Wittenberge mitgeprägt. Seit 1946 gibt es ihn. Doch nun soll Schluss sein. Am kommenden Samstag um 10 Uhr finden sich die Mitglieder zu einer Vollversammlung im Großen Saal des Kulturhauses ein, um über die Auflösung des Kulturbundes zu entscheiden.

Der Vorsitzende Dietrich Nehrenberg sitzt am Dienstag in seinem Büro im Festspielhaus. Eigentlich habe er keine Zeit, er arbeite an seiner Rede für die Versammlung. Dennoch nimmt er sich einige Minuten. „Natürlich ist es schade, dass diese Institution vor ihrem Ende steht. Aber es geht nicht anders“, gibt Nehrenberg zu, der seit 1971 dem Vorstand des Kulturbunds vorsitzt.

Für diesen Schritt gebe es mehrere Gründe. Die Bürokratie mache die Vereinsarbeit zunehmend schwerer. Für Nehrenbergs Posten ist außerdem kein Nachfolger in Sicht. „Keiner aus dem Vorstand hat sich bereit erklärt, den Posten von mir zu übernehmen“, sagt der 79-Jährige, der im Oktober seinen 80. Geburtstag feiert und nach eigenem Bekunden aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten will. Des Weiteren hat sich mittlerweile eine andere Organisationsstruktur gebildet. „Viele Veranstaltungen werden inzwischen in Verantwortung des Kultur- und Festspielhauses durchgeführt und das klappt sehr gut.“ Daraus ergibt sich ein Vorteil: Keine Veranstaltung sei in der Zukunft in Gefahr, sagt Nehrenberg.

100 Anmeldungen liegen bisher für die Versammlung am Samstag vor. Zwar zählt der Kulturbund laut Nehrenberg 240 Mitglieder, für das Votum reicht aber die Zweidrittel-Mehrheit der Anwesenden. Falls sich die Mehrheit nicht dazu entschließen sollte, den Kulturbund aufzulösen, würde der Vorstand laut Informationen des „Prignitzers“ für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Zeichen stehen also auf Abschied. Das belegt auch die Tatsache, dass der Mietvertrag für die Räume, die der Kulturbund im Kultur- und Festspielhaus nutzt, zum 1. März kommenden Jahres gekündigt worden ist. Darüber informierte Uwe Neumann, Leiter des Eigenbetriebs Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb, kürzlich die Mitglieder des städtischen Werksausschusses.

 

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