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Thermen-Lokal in eigenregie : Tafeln bei „Sir Franz“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kristall-Therme betreibt Gastronomie seit gestern in eigener Regie / Alle Mitarbeiter übernommen / Erweiterungspläne nach wie vor aktuell

von
erstellt am 02.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Die geschäftlichen Wege des langjährigen Gastronomie-Pächters Karsten Buls und der Kristall-Therme Bad Wilsnack haben sich getrennt. Seit gestern betreibt das Bad das vormalige Café-Restaurant Kurpark-Therme unter dem neuen Namen „Sir Franz“ in eigener Regie. Zu Hintergründen wollten sich beide Seiten in der Öffentlichkeit nicht im Detail äußern. Karsten Buls bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass der Fakt stimmt. Die rund 30 Mitarbeiter der Thermen-Gastronomie wurden übernommen. Darüber informierte gestern Heinz Steinhart, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kristall Bäder AG sowie Geschäftsführer der Thermen in Bad Wilsnack und in Ludwigsfelde. Die Konditionen für die Kollegen, so Steinhart, hätten sich mit der Übernahme verbessert.

Aus Ludwigsfelde ist für einige Tage Gastro-Leiter Sönke Villmow nach Bad Wilsnack gekommen. Er begleitet die Umstellung gemeinsam mit Roland Frömming, der künftig die Geschicke der Thermengastronomie in der Kurstadt lenken wird. Seit gut einem Jahr ist Frömming hier bereits als Chefkoch tätig. Die Gastronomie sei ein wichtiger und großer Werbeträger für die Freizeiteinrichtungen, so Steinhart. Mit Ausnahme der Kristall-Rheinpark-Therme in Bad Hönningen (Rheinland-Pfalz) betreibt die Bäder AG an allen anderen Standorten – insgesamt sind es derzeit in Deutschland zwölf – die gastronomischen Bereiche in ihren Häusern selbst. Kerstin Kimm, Betriebsleiterin in Ludwigsfelde, war gestern ebenfalls mit vor Ort und bestätigte, dass der Eigenbetrieb sehr gut funktioniere.

Die Modifikationen im Hintergrund hätten keinen Einfluss auf die Preisgestaltung, es gebe also z. B. keine Verteuerungen für bekannte Offerten auf den Karten, so Steinhart. Andererseits wolle man künftig stärker mit Sonderaktionen und -angeboten punkten, auch andere Gerichte anbieten, lege Wert auf Regionalität und Jahreszeit. Bei Fleischspeisen und der Verwendung anderer tierischer Rohstoffe komme es ihm und seinen Mitarbeitern zudem darauf an, dass die Produkte, die in Bad Wilsnack verarbeitet werden, aus artgerechter Nutztierhaltung stammen, so Steinhart. Dafür garantieren Lieferanten und das eigene Qualitätsmanagement.

Für Besucher der Wilsnacker Therme hat sich mit der Übernahme der Gastronomie optisch am augenscheinlichsten der Freiluftbereich verändert. Er ist jetzt wie ein gemütliches Gartenlokal möbliert. Mittwochs, freitags, sonnabends und sonntags kann man hier jeweils ab 11 Uhr – gutes Wetter vorausgesetzt – frisch Gegrilltes genießen.

Zum weiteren Ausbau des Standortes Bad Wilsnack, auch mit Blick auf die nach wie vor geplante Premium-Sauna, informierten Heinz Steinhart sowie Vorstand Gerd Bittermann aus Stein bei Nürnberg gestern, dass inzwischen ein einheimisches Ingenieurbüro beauftragt sei, das Bebauungsplanverfahren zu realisieren. Ein Teil der Erweiterung im Saunadorf soll im Rahmen eines so genannten vereinfachten B-Plan-Verfahrens relativ schnell und vorab durchgezogen werden. „Ein normales B-Plan-Verfahren dauert mehr als ein Jahr“, so Bittermann. Um die Parkplatzsituation zu entkrampfen, sei die Errichtung eines Parkhauses geplant, wie es das auch in Ludwigsfelde schon gibt. Gemeinsam mit der Kurstadt wolle man zudem den gut ausgelasteten Caravanplatz weiter aufwerten. In Kürze soll darüber hinaus im Thermen-Foyer ein Edelstein-Laden neu eröffnen.

Bleibt noch zu klären, wer der Namensgeber für die Thermengaststätte ist: Sir Franz heißt der Ziegenbock und „Häuptling“ im Streichelzoo der Königlichen Kristall-Therme in Schwangau (Bayern). Er steht auf seine Weise für Lebensfreude, hat bereits 25 Nachkommen gezeugt und ist immer noch emsig dabei, seine Familie zu erweitern. Und er hat bereits zu Lebzeiten ein Denkmal, eine kleine Marmorskulptur im Bad Wilsnacker Saunadorf.  

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