Perleberger Tafel hat Problem : Tafel: Lebensmittel sind knapp

Landtagsabgeordneter Thomas Domres macht sich ein Bild von der Lebensmittelausgabe der Tafel.
Landtagsabgeordneter Thomas Domres macht sich ein Bild von der Lebensmittelausgabe der Tafel.

Verein wünscht sich Unterstützung beim Umpflügen des Gartenlandes hinter seinem Domizil. Zahl Bedürftiger wächst täglich

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10. März 2016, 05:00 Uhr

„Die Lebensmittel, die wir zum Verteilen haben, sind nicht weniger geworden, aber die Schlangen vor der Ausgabe länger.“ Marlies Müller, Vorsitzende des Vereins Prignitzer Tafeln, und ihr Team haben täglich das Problem vor der Tür. Bedarfsgemeinschaften stehen an, um für wenig Geld Lebensmittel zu bekommen.

Die Wege, um die Regale mit diesen zu füllen, werden immer länger. Gerade habe man wieder eine Lieferung Joghurt und Pizzen aus Berlin abgeholt, die sofort dann auch in den Verkauf kommt. So schnell wie die Regale gefüllt, sind sie auch wieder leer, „manches Mal werden sie gar nicht bestückt“, ergänzt Marlies Müller.

Der Aufruf des „Prignitzers“ an die Discounter, wo möglich hier doch zu helfen, verhallte im Nichts. Die immer Lebensmittel zur Verfügung stellen, tun es auch weiterhin, andere eben nicht. Für die Linke Anlass, im Landtag einen Antrag einzubringen, der sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln richtet, so Landtagsabgeordneter Thomas Domres. „Wir sind an dem Thema dran.“ In Frankreich ist man da schon ein ganzes Stück weiter, wie Jugendliche berichteten, die im Rahmen des Schüleraustausches Gäste des Gottfried-Arnold-Gymnasiums waren. In Frankreich dürfen brauchbare Lebensmittel nicht vernichtet werden, müsse der Handel diese gemeinnützigen Zwecken zuführen.

Hier kämpft die Tafel derweil täglich darum, möglichst auch alle Kunden zu versorgen. „Wir müssen strecken und einteilen“, so Marlies Müller. Über 200 Bedarfsgemeinschaften mit fast 400 Personen, darunter an die 150 Kinder, sind inzwischen bei der Perleberger Tafel gemeldet. „Und täglich kommen vier bis fünf dazu“, ergänzt die Vereinsvorsitzende. Ein Grund auch, warum die Tafel das Gartenland direkt hinterm Haus, das bei an die Stepenitz reicht, gern beackern will. „Leute, die das Gartenland dann bewirtschaften, bekommen wir über eine geförderte Maßnahme. Doch erst einmal muss dieses Fleckchen Erde umgepflügt werden, um es zu bestellen. Dafür brauchen wir Hilfe. Allein können wir das nicht, dazu fehlen uns einfach Technik und Geld, um das in Auftrag zu geben“, gesteht Marlies Müller. Vor allem Kartoffeln wolle man dann hier anbauen und natürlich auch das Obst nutzen, das hier an den Bäumen gedeiht. „Das alles würde uns schon ein ganzes Stück weiterhelfen.“  

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