Tafel Prignitz : Tafel kann Bedürftige versorgen

War die Tafel einst nur eine Suppenküche, kann Köchin Annette Meske heute Nudeln, Fleisch und manchmal sogar Fischgerichte anbieten.
War die Tafel einst nur eine Suppenküche, kann Köchin Annette Meske heute Nudeln, Fleisch und manchmal sogar Fischgerichte anbieten.

Köchin Annette Meske bietet keine üppige, aber eine abwechslungsreiche Küche. Verlässliche Partner stellen Versorgung sicher

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16. Januar 2018, 21:00 Uhr

Die Situation hat sich entspannt. Alle Bedürftigen können durch die Tafel Prignitz momentan versorgt werden, sagt Marlies Müller, Vorsitzende des Vereins Prignitzer Tafel. Vor zwei Jahren hatte es Engpässe gegeben, mussten Menschen abgewiesen werden. Einer von mehreren Gründen war damals der große Ansturm von Flüchtlingen, der die Tafel überfordert hatte, so Müller.

Inzwischen habe sich die Situation normalisiert. „Ein Teil der Flüchtlinge ist weggezogen, das spüren wir deutlich“, sagt sie. Teilweise leben die Familien aber auch auf Dörfern, könnten die Angebote der Tafeln in den Städten Perleberg, Wittenberge und Pritzwalk nicht annehmen. Nur in Karstädt registriere Marlies Müller eine steigende Nachfrage. „Donnerstags haben wir dort und in Lenzen geöffnet, schließen dann unsere Ausgaben in Wittenberge und Perleberg.“ Für alle Orte gleichzeitig reichen die Vorräte nicht aus, erklärt die Vorsitzende. In den drei Städten versorgt die Tafel wöchentlich jeweils knapp 300 Bedarfsgemeinschaften, das seien 1000 bis 1200 Personen pro Stadt.

Die Zusammenarbeit mit Partnern habe sich stabilisiert. Besonders hebt Marlies Müller die Supermarktkette Aldi hervor. „Von dort bekommen wir wirklich sehr gute Ware.“ Auch Edeka und das WEZ in Wittenberge reihen sich dort ein. Penny, Netto, Lidl sind weitere Lieferanten, genau wie der Fleischkonzern Vion in Quitzow oder die Ludwigsluster Wurstwaren.

„Die beiden Unternehmen helfen uns manchmal mit größeren Mengen, die wir aber Dank unserer Kühltechnik einlagern können“, sagt Müller.

Das sei auch bei Backwaren von Vorteil. Den Deichbäcker fahre die Tafel regelmäßig an, die Bäckerei Eichler in Perleberg unterstütze am Sonnabend sehr großzügig. „Den Kuchen tauen wir portionsweise auf, so dass er meist die ganze Woche über reicht.“ Das gelte auch für Brot und Brötchen.

Den Speiseplan erstellt Köchin Annette Meske. Sie hat den Beruf erlernt, in einer Gaststätte gearbeitet und kocht seit 2006 in der Tafel. Das Menü könne sie sich nur selten aussuchen, es wird vorgegeben durch die Lebensmittel, die vorhanden sind.

Das betreffe vor allem Gemüse und Fleisch. „Montags Nudeln oder Eierkuchen, einmal pro Woche Eintopf mit Gemüse. Wir braten Schnitzel und im Winter kaufen wir auch mal Fisch oder lose Wurst dazu“, erzählt sie aus ihrem Küchenalltag.

„Man muss bedenken, dass wir einst als Suppenküche angefangen haben“, sagt Marlies Müller. Um so mehr erstaunt es sie, wenn manch Gast den Eintopf ablehnt und nur Fleischgerichte wünscht. Dann könne die Not nicht so groß sein, kommentiert die Chefin.

Die Tafel betreibt auch Kleiderkammern und für diese hat Marlies Müller einen Wunsch: „Wir suchen Bekleidung für das Frühjahr, benötigen sie für alle Altersstufen vom Baby bis zum Rentner“, sagt sie. Nicht angenommen wird getragene Unterwäsche, damit habe die Tafel zu schlechte Erfahrungen gemacht. Müller bittet darum, dass die Kleidung gewaschen und heil ist. Gleiches gilt für Elektrogeräte. „Wir freuen uns über Hilfe, aber wir sind nicht die Annahmestelle für Elektroschrott.“ Ein alter Röhrenfernseher gehöre in die Kleinannahmestelle.

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