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Der Prignitzer

23. November 2017 | 03:06 Uhr

"Täglich quietschen hier Bremsen"

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2012 | 06:02 Uhr

Schönfeld | "Wir leben schon damit, täglich quietschen hier die Bremsen", berichtet Gerhard Schwarz. Sein Grundstück befindet sich direkt an der B 5 am Abzweig nach Schönfeld. Und doch bekomme man immer wieder einen gehörigen Schreck, ergänzt Nachbarin Anke Kiencke. Sie habe immer noch weiche Knie, denn erst vor wenigen Minuten hatte es am Freitag Mittag wieder tüchtig gescheppert. Und wieder ist ein Motorradfahrer darin verwickelt. Drei Tage zuvor starb ein Motorradfahrer an dieser Stelle.

Am Freitag ging der Unfall relativ glimpflich für den Zweiradfahrer aus, verletzt kam er ins Krankenhaus. Ein aus Richtung Schönfeld kommender Pkw-Fahrer hatte ihm die Vorfahrt genommen, hieß es im Polizeibericht. Womöglich hatte er die Geschwindigkeit des Zweirades falsch eingeschätzt, vermuten Anke Kiencke und Jutta Schwarz, denn direkt beobachtet haben sie den Unfall nicht. "Man schaut nach rechts, dann nach links und ehe man sich’s versieht, da ist auch schon so ein Motorradfahrer ’ran. Denn 100 km/h sind hier erlaubt", ergänzt Gerhard Schwarz.

Insofern haben auch Gisela Nohr und ihr Mann es nicht verstanden, dass man im Juni 2007 einseitig die Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h in diesem Bereich aufgehoben hat. "Damals sind wir in Widerspruch gegangen, der aber vom Landkreis abgelehnt wurde." In der Begründung dazu hieß es unter anderem: Einige Bäume entlang der B 5 wurden entfernt, "was von der K 7038 (Straße aus Schönfeld auf die B 5) zu einer besseren Sicht in Richtung Premslin führte." Linksseitig wurden keine Bäume an der B 5 entfernt, so sei die Einsicht der Fahrer aus Schönfeld, die in Richtung Quitzow auf die auf B 5 auffahren, schlecht. Daher habe man hier weiterhin an 70 km/h festgehalten.

Es ist aber die zulässige Geschwindigkeit von 100 km/h, mit der Fahrzeuge aus Richtung Premslin an der Ortszufahrt Schönfeld vorbeirauschen, die den drei Frauen, gelinde gesagt, schwer im Magen liegt. Zudem plädieren sie für eine durchgängige Sperrlinie, sprich Überholverbot, in diesem Bereich.

Vorschläge, die Jürgen Nüsse, Leiter des Sachbereiches Straßenverkehr beim Landkreis und in persona auch der Kreisunfallkommission, offen gegenüber steht. "Alle tödlichen Unfälle unterliegen zudem einer Bewertung durch die Kreisunfallkommission", betont er. Im September tage diese erneut. Bis dato sei der Schönfelder Bereich aber absolut kein Unfallschwerpunkt gewesen. Im Detail müsse nun geklärt werden, was zu den Unfällen geführt habe und ob es Möglichkeiten gebe, um dem entgegenzuwirken. Allein einen Schilderwald zu installieren, helfe erfahrungsgemäß wenig. Ebenso, wie man nur sehr schwer auf Fehlverhalten einwirken könne. "Wenn es aber irgendwo einen konkreten Hinweis gibt, werden wir ihn aufgreifen und was möglich ist auch umsetzen", versichert Jürgen Nüsse.

Leider verzeichne man immer mehr ein gewisses Rowdytum auf der Straße, gesteht Jürgen Nüsse ein. Trennlinien werden überfahren, Verkehrsinseln umfahren, um zu überholen oder eben auch, um einem Blitzer auszuweichen. "Noch haben wir leider nicht die technischen Möglichkeiten, um dem Blitzer ausweicher auch auf der anderen Spur habhaft zu werden." Hinsichtlich einer Sperrlinie in diesem Bereich werde man auch diesen Vorschlag natürlich aufgreifen und prüfen. Bei allen Regelungen müsse man jedoch stets im Auge behalten, dass man nicht für eine Reizüberflutung durch noch mehr Schilder sorge. "Doch was notwendig ist, wird gemacht", so Nüsse.

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