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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 17:53 Uhr

Supermarkt-Pläne abgelehnt

vom

svz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 07:34 Uhr

Perleberg | Einen städtebaulichen Missstand wollte man in der Feldstraße beseitigen und zugleich das Grundstück, auf dem sich einst die Märkte Extra und Aldi befanden, aufwerten. Der dafür notwendige Bebauungsplan, für den der Stadtentwicklungsausschuss auf seiner Mammutsitzung am Dienstagabend den Weg frei machen sollte, erhielt allerdings kräftigen Gegenwind - nicht zuletzt auch, weil sich im Auditorium zahlreiche Einzelhändler und Vertreter von Supermarktketten eingefunden hatten. Sie nutzten die Einwohnerfragestunde, um ihre Bedenken gegenüber dem Vorhaben zu äußeren. Für einen Frische- und einen Fachmarkt sollte eine Verkaufsfläche von rund 2100 Quadratmetern geschaffen werden.

"Das macht uns große Sorgen", sagte Andreas Neumann. Er betreut zwölf der insgesamt 80 "famila"-Märkte, darunter den in Perleberg. Neumann sehe mit einem Anbieter der geplanten Größenordnung klare Gefahren, nicht zuletzt auch für die 50 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze des "famila" in der Rolandstadt. Hinzu kämen an diesem Standort 20 geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer. Unterm Strich bringe eine solche Investition keine neuen Jobs. "Es ist ein knallharter Verdrängungswettbewerb", machte Neumann deutlich und repräsentierte damit auch die Meinung der anderen Händler.

Aus städtebaulicher Sicht sei die Verwaltung gezwungen, Vorschläge zur Wiederbelebung eines solchen Areals zu machen und auch den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vorzubereiten, stellte Bürgermeister Fred Fischer später im Ausschuss klar, als der Tagesordnungspunkt behandelt wurde. Allerdings habe Perleberg ein Einzelhandelskonzept, das mit konkreten Zahlen und Fakten belege, dass die Stadt keineswegs unterversorgt sei, was die Verkaufsfläche angehe. Eine solche Investition sei auf Verdrängung, nicht auf Ergänzung ausgelegt, stimmte Fischer dem "famila"-Manager zu. Er merkte allerdings auch an, dass es sich hier nicht um eine kommunale, sondern um eine Fläche in Privatbesitz handele.

Unter Druck würde auch die Innenstadt mit ihrem derzeit sehr guten Händlerangebot geraten. Diese Sorge äußerten mehrere Abgeordnete. Klaus Röpke (SPD) schlug vor, das Gebiet im Zusammenhang mit dem Kasyltenplatz mit zu überplanen und auch hier in Zukunft eine Wohnbebauung zu ermöglichen.

Ausschussvorsitzender Klaus Herpich (Die Linke) stellte heraus, dass man sich zwar schon länger einen Lebensmittelmarkt in der Innenstadt wünsche, als zusätzlichen Anziehungspunkt, dieser Wunsch jedoch mit dem Vorhaben in der Feldstraße nicht in Erfüllung gehen würde. Sieben von acht Ausschussmitgliedern lehnten den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ab und das Vorhaben damit zunächst einmal ad acta. "Schön, dass heute so viele Einzelhändler hier sind und wir als Abgeordnete nicht allein entscheiden müssen", bemerkte Elisabeth Pietzsch (SPD) kurz vor der Abstimmung.

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