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Wieder mehr Leben ins Dorf bringen : Sükow feiert 700. Geburtstag

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Festkomitee und junger Dorfverein bereiten das Jubiläum vor und laden auch alle ehemaligen Sükower ein. Aus Anlass ist eine Festschrift geplant.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Vom 23. bis 25 Juni geht es in Sükow hoch her. „1317 wurden die von Wartenbergs als Dorfherren von Sükow benannt. Nach Adam Ries feiern wir damit in diesem Jahr den 700. Geburtstag unseres Dorfes“, bringt es Petra Schulz auf einen Nenner, um in der Sprache des deutschen Rechenmeisters zu bleiben. Verständlicherweise ist man schon feste am Vorbereiten, berichtete die Vorsitzende des Vereins Sükower Landleben e. V. An der Seite des Festkomitees hat der noch recht junge Verein mit der Organisation der Festivitäten zum Jubiläum auch gleich eine große Aufgabe mitübernommen.

Am 12. November 2015 trafen sich Sükower, beseelt von dem Vorhaben, wieder mehr Leben ins Dorf zu bringen. Sie gründete den Verein, der im amtlichen Register unter der Nummer 5021 geführt wird. Eine ganze Menge haben sich die 37 Mitglieder auf die Fahnen geschrieben. Denn auch nach dem großen Geburtstag wolle man gesellige kulturelle Veranstaltungen organisieren, Traditionen pflegen, aktiv das Dorfbild mitgestalten sowie die Jugend- und Seniorenarbeit unterstützen.

Das Programm für das Geburtstagswochenende steht. Dass die Sükower feiern können, das haben sie bereits zum 675. Jubiläum unter Beweis gestellt. Aus Nah und Fern, wohin es auch Sükower verschlagen hatte, sie alle lud man zum Dorfgeburtstag ein. Gleiches habe man wieder ins Auge gefasst, verrät Petra Schulz. In den nächsten Tagen werden so an die hundert Briefe auf den Weg gehen.

Derweil wird emsig an der Festschrift gearbeitet. „Unser großes Ziel ist natürlich eine Dorfchronik. Eine solche gab es schon, doch irgendwie ist sie verloren gegangen. Auch alle handschriftlichen Aufzeichnungen zu Sükow enden 1945.“ Es sei allerhöchste Zeit, die Dorfgeschichte fortzuschreiben. Schon jetzt gestalte sich das äußerst schwierig. Die Zahl derer, die sie erlebt haben, werde immer kleiner“, weis die Vereinsvorsitzende.

Wer Sükow heute erlebt, vermutet kaum, dass der kleine Ort mal Maßstäbe gesetzt hat. Als eines der ersten Dörfer der Westprignitz erhält Sükow am 15. Februar 1921 elektrisches Licht. 70 000 Mark hatte die Gemeindevertretung für den Bau des elektrisches Ortsnetzes bewilligt. Und selbst Kaiser Wilhelm II. reiste durchs Dorf, am 16. August 1893, ein Datum, das in die Dorfannalen eingegangen ist. Ebenso der Beschluss des Kreistages Perleberg aus dem Jahre 1894 zum Bau einer Chaussee von Perleberg nach Lanz. Gemeindevorsteher Friedrich Dahse hatte daran großen Anteil, denn ursprünglich war ein anderer Straßenverlauf geplant.

Vieles ließe sich aus der Historie von vor 1945 noch erzählen. Was danach das Dorf prägte, das will man nun versuchen, in Erfahrung zu bringen. „Wir hatten im Dorf den ersten Kindergarten. Das muss so um 1950 gewesen sein“, setzt Petra Schulz den Gedanken fort. Es gab einen Konsum, die LPG war einer der größten Arbeitgeber im Umland, „wir hatten eine Schule, im Gasthaus Voß traf sich das Dorf und das nicht nur zu Feiertagen. Das Forsthaus „Alte Eiche“ war ein beliebtes Ausflugslokal insbesondere auch der Perleberger – „kurzum, im Dorf gab es nichts, was es nicht gab“, so die Vereinsvorsitzende einwenig wehmütig angesichts dessen, was Sükow heute vorzuweisen hat. „Zumindest haben wir noch die Kirche im Dorf und eine überaus aktive Jagdgenossenschaft“ – und nun auch einen Verein, der wieder für Leben im Dorf sorgen will.

 

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