Sükow : Sükow bekommt einen Dorftreff

Ortsvorsteher Diethard Schulz (r.) und Richard Küsell trafen sich, um abzustecken, welche Vorarbeit Sükow selbst schon leisten kann.
Ortsvorsteher Diethard Schulz (r.) und Richard Küsell trafen sich, um abzustecken, welche Vorarbeit Sükow selbst schon leisten kann.

Stadt unterbreitet Ortsteilen räumliche Angebote für dörfliches Leben und offeriert damit erstmals ein Konzept für alle.

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17. Mai 2018, 05:00 Uhr

„Wir haben allen Grund, eine Flasche Sekt aufzumachen“, so Sükows Ortsvorsteher Diethard Schulz. „Wir bekommen ein Dorfgemeinschaftshaus.“ Verwaltung und auch die Vorsitzenden der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung befürworten das Ansinnen, verhehlen aber nicht, dass es dafür noch eine Menge an Vorarbeit bedarf. Denn nicht nur für Sükow hat man nach einer räumlichen Möglichkeit gesucht, damit dörfliches Leben eben auch gelebt werden kann, wie Bürgermeisterin Annett Jura sagt. „Perleberg hat zwölf Ortsteile und keiner soll sich vernachlässigt fühlen.“

Kein leichtes Unterfangen, Wünsche und Realität unter einen Hut zu bringen. „Wir haben es versucht und für jeden eine ganz individuelle Lösung im Blick.“ Dazu habe man sich jeden Ortsteil genau angeschaut, unter anderem analysiert, wie viele Einwohner dort leben, welche räumlichen Möglichkeiten, sprich Gaststätten oder anderweitige private Räume, sich auftuen, und welche Vorstellungen haben die Ortsteile. Eines wolle man nicht, in Konkurrenz zur privaten Wirtschaft treten. Das Ergebnis stellte die Bürgermeisterin nach der Anstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden den Ortsvorstehern vor.

Für Lübzow käme die örtliche Gaststätte in Betracht, hier über Nutzungsvertrag oder welche Form auch immer einen Treff fürs Dorf zu schaffen. Ebenso für Düpow, aber hier wolle man sich auch die Feuerwehr noch anschauen. Auch in Quitzow hat man die Gaststätte im Blick, die Größe des Gerätehauses lässt jedoch keinen separaten Zugang zu. Anders in Spiegelhagen, wo ein solcher dann geschaffen werden soll, damit auch die Öffentlichkeit das Anwesen dann mitnutzen könne. In Groß Linde bieten sich private Räumlichkeiten an, die dann auch für die Gramzower in Betracht kämen. Ähnlich verhält es sich mit Schönfeld und Wüsten Buchholz. Mit dem Eigentümer des Schlosses wolle man hier aber auch noch reden. In Dergenthin solle das Sportlerheim entsprechend hergerichtet werden, aber auch mit der Kirche wolle man hier noch sprechen. Die Rosenhagener bekommen ihren Turm und „wir als Stadt bieten an, uns an der Ausgestaltung zu beteiligen“, so Annett Jura. Für Groß Buchholz lautet der Vorschlag: Ausbau des Sportlerheimes. Doch hier gibt es noch Gesprächsbedarf. „Natürlich ist noch nichts in Stein gemeißelt, es ist ein Angebot, über das man sprechen kann und soll. Wir machen alles nur in Abstimmung mit den Ortsvorstehern.“, betont Annett Jura. Ausstehen dann vor allem auch noch die Gespräche mit den Eigentümern, die ihre Räumlichkeiten zu welchen Konditionen dann für dörfliche und auch städtische Veranstaltungen wie Einwohnerversammlungen zur Verfügung stellen.

Für Sükow ist der Aus- bzw. Umbau des ehemaligen Kindergartens zum Dorfgemeinschaftshaus über das Leader-Programm geplant. „Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr möglichst planerisch alle Voraussetzungen zu schaffen, um im Doppelhaushalt 2019/2020 dann auch die notwendigen Mittel einzuplanen“, benennt die Bürgermeisterin den weiteren Verfahrensweg. Doch zuvor steht ein Gespräch mit der Kirche an, denn ihr gehört das Gebäude. Sie zeigte sich aber bereits im Vorfeld bereit, es der Stadt für ein Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung zu stellen.

In Sükow ist man bereits emsig am Vorbereiten. Dienstag trafen sich Ortsvorsteher Diethard Schulz und Richard Küsell. Im Bauingenieur aus Neuhausen haben die Sükower nicht nur einen Fürsprecher, sondern auch einen Fachmann, der sie berät, mögliche Wege auslotet bzw. Kontakte vermittelt. So könnte er sich vorstellen, Studenten der Architekturhochschule das Thema Dorfgemeinschaftshaus für ihre Diplom- oder Masterarbeit anzubieten. „Mehr nicht, die eigentliche Bauplanung ist nicht meins“, betont er. Er sei aber bereit, das Baugeschehen zu begleiten und vor allem im Vorfeld darauf zu achten, dass an alles auch gedacht ist. „Als nächstes wollen wir aber erst einmal Unterlagen zu dem Gebäude ausfindig machen und uns dann mit allen treffen, die über das Dorfgemeinschaftshaus letztlich zu entscheiden bzw. das Sagen haben“, so der Ortsvorsteher. Und er betont, dass er immer noch angetan ist von der Arbeit der Verwaltung. „Das erste Mal wurde sich nicht nur über einzelne Vorhaben Gedanken gemacht, sondern ein Konzept für alle Ortsteile gestrickt.“

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