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Spurensuche in Perleberg : Suche nach der St. Nicolaikirche

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sankt-Nicolaikirchplatz 2,5 Meter tief mit Georadarsystem nach baulichen Strukturen untersucht

von
erstellt am 13.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Systematisch schreitet Hartmut Weitzel mit dem fahrbaren Georadarsystem die Fläche auf dem Sankt-Nicolai-Kirchplatz ab. Ein Sensor sendet 2,50 Meter tief Impulse in den Erdboden. Trifft er auf bauliche Strukturen, reflektieren diese den Impuls. Als Punkte unterschiedlicher Farben werden die „Fremdkörper“ auf einem Display sichtbar und hier auch abgespeichert. Momentaufnahmen, die später zu einem Ganzen zusammengesetzt und als Fläche dreidimensional dargestellt werden. „So bekommt man ein Bild von dem, was einen im Boden erwartet“, erläutert der Fachmann von der Firma Georadar Consult aus dem hessischen Heringen.

Und wissen will das der städtische Sanierungsträger, die BIG-Städtebau. Besagtes Areal ist neben den rund 80 Metern in der Wiederkehr die letzte große Maßnahme im öffentlichen Raum im Rahmen der Städtebausanierung, die noch aussteht.

Dass Baumaßnahmen hier nur mit archäologischer Begleitung laufen werden, darüber ist man sich im Klaren. Nicht von ungefähr spricht man hier von der Wiege der Stadt, so Hans-Christian Sauer von der BIG-Städtebau. Gemeinsam mit der unteren Denkmalbehörde und in Abstimmung mit der oberen habe man so auch die geophysikalische Messung in Auftrag geben. 3500 Euro sind dafür veranschlagt.

Perleberg kann auf eine über 3000 Jahre alte Siedlungsgeschichte zurückblicken, heißt es im Abriss der Geschichte, die zum 775. Stadtjubiläum erschien. Germanische, slawische und seit dem 12. Jahrhundert deutsche Bewohner siedelten in der Prignitz. Das Sankt-Nicolai-Areal, sprich die Nicolaistadt, gilt als erstes deutsches Siedlungsgebiet, ist von Kay Richter von der unteren Denkmalbehörde zu erfahren. Wo eine Siedlung war, entstand auch eine Kirche, die St. Nicolai Kirche.

Gemeinsam mit seiner Tochter Anna, in deren Händen die Metrierung und Dokumentation liegt, ist Hartmut Weitzel der St. Nicolaikirche auf der Spur, besser gesagt, was davon noch an Fundamenten und historischen Strukturen im Boden die Jahrhunderte überdauert hat. Denn vermutlich durch einen Blitzschlag brannte die Kirche ab und wurde letztlich im 18. Jahrhundert komplett abgetragen. Bekannt ist zudem, dass zu der Kirche auch ein Friedhof gehörte, man möglicherweise auch auf Hinweise, die das Georadar als Gruften abgebildet, stoßen könnte, so Kay Richter. Ob und was man letztlich alles im Boden findet, das werde die spätere Auswertung zeigen.  

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