Stürmisches Wetter in der Prignitz : Sturm lässt Giebelecke abstürzen

lenzener straße

Feuerwehren fuhren in der Nacht zu gestern Prignitz weit 18 Einsätze. Lenzener Straße in Wittenberge bleibt halbseitig gesperrt

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30. November 2015, 17:02 Uhr

Bis kurz vor 9 Uhr waren gestern Prignitzer Wehren im Einsatz. Der Sturm hatte Bäume entwurzelt und Äste abgerissen. Die Kameraden mussten auf den Straßen für Sicherheit sorgen. Die Wootzer Wehr hatte beispielsweise gestern früh noch im Bereich von Baatz und im Dorf selbst Straßen frei zu räumen. Insgesamt riefen Pieper in der Nacht zu gestern Feuerwehrleute 18 Mal zu Einsätzen, so der Sachbereich für Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis. Menschen kamen in keinem Fall zu Schaden.

In Wittenberge wütete der Sturm so sehr, dass er in der Lenzener Straße 4 einen Teil des Hausgiebels zum Absturz brachte. Um 1 Uhr ging der Alarm bei der elbestädtischen Feuerwehr ein. Das Mauerwerk war aus der oberen Etage – augenscheinlich dem Bodenbereich – ausgebrochen. Steine stürzten auf das nicht mehr bebaute Nachbargrundstück und auf die Lenzener Straße. Die Folge: Das Ordnungsamt musste die Haupteinfahrtstraße zwischen Parkstraße und Stern sperren. Die Bauaufsicht des Kreises nahm den Schaden in Augenschein. Die Vollsperrung konnte zwar gegen 10.30 Uhr aufgehoben und durch eine halbseitige Sperrung der Fahrbahn ersetzt werden, das Problem an sich besteht aber weiter. Die Lenzener Straße 4 ist seit vielen Jahren unbewohnt. „Heute wird sich ein Statiker das Haus anschauen“, kündigte gestern auf „Prignitzer“-Nachfrage die Bauaufsicht an, „um das Gefährdungspotenzial zu beurteilen und Entscheidungen über weitere Sicherungsmaßnahmen treffen“. Nach Recherchen des „Prignitzers“ gehört die Immobilie einem Auswärtigen.

Gestern früh gegen 7 Uhr war der Einsatz der Wittenberger Wehr noch einmal in der Puschkinstraße gefragt. Der Sturm hatte Ziegel vom Dach geweht.

Begonnen hatten die Sturmeinsätze am Sonntagabend gegen 21.40 Uhr, als nach Landkreisangaben die Groß Warnower Wehr die Ortsverbindungsstraße zwischen Reckenzin und Wendisch Vahrnow frei machen musste. Dann ging es Schlag auf Schlag: Gegen 22.10 Uhr lief zum Beispiel die Meldung auf, dass auf der Straße zwischen Reetz und Blüthen ein Baum die Fahrbahn blockiert, zehn Minuten später ging die Meldung über einen Baum auf der Straße zwischen Seedorf und Breetz ein.

Am Ortsausgang Granzow in Richtung Lockstädt hatte der Sturm einen großen Ast von einem Baum abgebrochen und auf die Straße geweht. Kurz vor Mitternacht wurden die Kameraden der Feuerwehren Groß Buchholz und Perleberg alarmiert. Sie beräumten die Straße, fällten den Baum. Auch die Verbindungsstraße zwischen Hinzdorf und Lütjenheide war unpassierbar. Die Feuerwehr räumte sie. Zwischen Berge und Kleeste das gleiche Bild, auch hier war die Straße zeitweise nicht zu befahren.

Probleme gab es auch mit der Stromversorgung: Aus Bentwisch meldeten Bürger, dass sie eine knappe Stunde ohne Elektrizität waren. Wie der „Prignitzer“ dazu erfuhr, beschädigten umstürzende Bäume im Prignitzer Versorgungsgebiet der WEMAG zwei Mittelspannungsleitungen bei Wentdorf und Neu Pinnow. Auch zwei Niederspannungsleitungen bei Neu Hohenvier und in Breese erlitten Schäden durch Blitzschlag und herabstürzende Bäume. Von den Stromausfällen waren nach WEMAG-Angaben rund 90 Kunden betroffen. Die Störungen wurden gestern Vormittag beseitigt.

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