Elbestadt setzt auf alternative Energie : Strom von Wittenberger Dächern

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Stadtwerke lassen untersuchen: Wo sind Solarenergieanlagen sinnvoll? Kataster gibt detailliert für jede Fläche Auskunft

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07. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Die Hälfte aller Dächer in Wittenberge eignet sich grundsätzlich für die Installation von Solarenergieanlagen: Zu dieser Feststellung ist die Klärle-Gesellschaft für Landmanagement und Umwelt mbH aus Weikersheim gekommen, nachdem sie sich intensiv mit der Dachlandschaft von Wittenberge befasst hat. Die Stadtwerke haben der Fachgesellschaft vor zwei Jahren den Auftrag erteilt, für Wittenberge ein Solardachkataster zu erstellen. „Das ist unser Beitrag zur Nutzung alternativer Energien“, erklärt Geschäftsführerin Eveline Geisler. Auch für die Stadtwerke Wittenberge sei die Energiewende schließlich ein Thema.

Anhand des Registers, das Auskunft gibt, wie gut sich welches Dach für die Energiegewinnung eignet, kann jeder Immobilienbesitzer entscheiden, ob und in welchem Umfang er künftig auf Energie setzt, die per Sonne frei Haus gelieferte wird.

Als Betriebswirt Björn Ament von der Klärle-Gesellschaft das Solardachkataster in dieser Woche den Stadtverordneten vorstellte – der „Prignitzer“ berichtete bereits kurz –, verwies er auch darauf, dass das Register für jeden einsehbar im Internet veröffentlicht wird. Dass es derzeit noch durch ein Passwort verriegelt ist, hängt mit dem Datenschutz zusammen. Wer gegen eine Veröffentlichung seiner Immobiliendaten ist, kann sich vor Freigabe streichen lassen. Die Geschäftsführerin der Stadtwerke geht davon aus, dass voraussichtlich Mitte des nächsten Jahres die Freischaltung erfolget. Bürger erhalten rechtzeitig Bescheid, wann und wie sie gegebenenfalls Widerspruch gegen eine Veröffentlichung im Internet erheben können.

Ist die Seite freigeschaltet, können Interessierte über einen Wirtschaftlichkeitsrechner auch sehr genau analysieren, was auf sie finanziell zukommt.

Aber zurück zur Untersuchung selbst. Ament erklärt: „Wir haben unsere Bewertung auf der Grundlage von Einstrahlungs- und Verschattungsanalysen getroffen.“ Die Fachleute haben den Neigungswinkel von Dächern betrachtet und die Himmelsrichtungen. Nach Süden, aber auch nach Westen oder Osten gerichtete Flächen würden sich beispielsweise eignen. Analysegrundlagen waren einerseits Laserscannerdaten von 2009, die das Landesvermessungsamt zur Verfügung stellte, und andererseits Luftbilder der Stadt, „aus denen wir ein Oberflächenmodell entwickelt haben“. So sei jeder Quadratmeter mit einer Höheneingabe erfasst worden. „Grundsätzlich haben wir jedes Gebäude als geeignet für eine Solaranlage eingestuft, wenn die Dachfläche mindestens 20 Quadratmeter beträgt mit einer Einstrahlung von mindestens 900 kwh“, so Amet. Und er fährt fort: „Es ist aber nicht realistisch, dass man die geeigneten Dachflächen auch zu 100 Prozent bestücken kann. Realistisch sind etwa 25 Prozent.“ Denn nicht jedes Dach eigne sich wegen seiner Statik oder wegen des Denkmalschutzes. Und manch ein Hauseigentümer wolle grundsätzlich keine Solaranlagen.

Laut Analytiker sind derzeit in Wittenberge bereits Anlagen mit einer Leistung von insgesamt zirka 8,5 Megawatt installiert.

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