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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 02:39 Uhr

Strom von 125 Fußballfeldern

vom

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2012 | 05:45 Uhr

Perleberg | Es ist eine Erfolgsgeschichte der Superlative - der erste Solarpark in der Rolandstadt: Mit zweieinhalb Monaten Bauzeit entstand er in Rekordzeit. Mit 90 Hektar Gesamtfläche, was zirka 125 Fußballfeldern entspricht, ist es die bisher größte Einzelanlage in der 17-jährigen Firmengeschichte der Gehrlicher Solar AG und auch ihres Finanzierungspartners - KGAL Real Investments. Für beide ist es zudem die am weitestens nördlich gelegene Anlage, denn beide kommen aus Bayern.

Gestern nun wurde der Park auf dem nördlichen Areal des ehemaligen Militärflugplatzes eingeweiht, am Netz ist er aber bereits seit dem 23. August. Denn von diesem Zeitpunkt an speist das eigens errichtete und erweiterbare 110 kV-Umspannwerk ein. Auch das sei ein Novum für beide Unternehmen, so Vorstandsvorsitzender Klaus Gehrlicher und Andreas Ochsenkühn, zuständig für Photovoltaik der KGAL GmbH & Co. KG. Am Sonntag beispielsweise wurden 56 000 Kilowattstunden erzeugt, bei optimalen Bedingungen können es bis maximal 180 000 kWh sein. 32,7 Millionen kWh Ökostrom werde die Anlage jährlich produzieren, ausreichend für die Versorgung von mehr als 9300 Drei-Personen-Haushalte.

Möglich wurde all das vor allem auch in einer äußerst schwierigen Phase, wo die Wende hin zu erneuerbaren Energien erst entschieden wurde, durch das enge Miteinander von Investoren, Politik und Kommune sowie auch den beteiligten Firmen, betonten Gehrlicher und Ochsenkühn. Zugleich versprachen sie, weiterhin ein verlässlicher und berechenbarer Partner für die Stadt zu sein. Nach Ablauf der 20 Jahre, in denen der Investor, hinter dem vor allem Versicherungen, Versorgungswerke und Pensionskassen stehen, hier agiert, werde die Gehrlicher AG den Park zurücknehmen und weiter nutzen. Klaus Gehrlicher: "Für uns ist das kein kurzfristiger Boom, wir wollen auch die nächsten 40 Jahre hier tätig sein."

Rund 60 Millionen Euro flossen in den Solarpark, für die Stadt ein sichtbares Zeichen hin zu regenerativen Energien, wie Hans Rothbauer, stellvertretender Bürgermeister, unterstrich. Denn verglichen mit fossiler Stromerzeugung wird die Anlage jährlich 32 000 Tonnen CO 2 einsparen. Viel Sonne, wenig Schatten und dass die Anlage schon gar nicht im Regen stehe, das wünschte Landrat Hans Lange und verband damit die Hoffnung, dass dem ersten Schritt ein nächster folgen werde, die Möglichkeit Strom zu speichern. Früher zogen Industrie und Mittelstand dorthin, wo Strom erzeugt wurde. "Vielleicht tritt auch das ein und der Landkreis kann davon partizipieren."

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