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E-Tanke in Wittenberge : Strom kommt aus der Zapfsäule

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

In der Elbestadt steht kreisweit die erste Schnellladestation für Elektroautos

von
erstellt am 25.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die erste Strom-Schnellladestation für Pkw im Landkreis Prignitz steht in der Elbestadt. Gestern wurde sie auf dem Marktplatz eröffnet.

Rund um die Uhr ist die Station betriebsbereit, Platz ist für zwei Fahrzeuge. Angeboten werden das Laden von Gleich- (50 Kilowatt) und von Wechselstrom (44 Kilowatt). Dafür stehen drei verschiedene Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung und es können zwei Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden. Für 80 Prozent Wechselstrom müssen die Kunden zwei Stunden warten, für Gleichstrom 20 bis 30 Minuten. Die Abrechnung erfolgt bargeldlos über eine Handy-App, bei der sich der Kunde einmalig registrieren muss. Die Wartezeit sei eine gute Gelegenheit, die Innenstadt zu besuchen und natürlich dort auch Geld auszugeben, sagte Bürgermeister Oliver Hermann mit einem Augenzwinkern mit Blick auf Touristen, die ja auch ihre Stromfahrzeuge hier betanken könnten.

Die Idee für die Ladestation sei schon vor zwei Jahren entstanden. Im vergangenen halben Jahr wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht, waren alle Partner mit im Boot. In erster Linie verantwortlich zeichnen die Stadtwerke, die Stadtverwaltung und die ausführende Firma Swarco aus Berlin. „In keinem anderen Bundesland gibt es bezogen auf die Fläche weniger Zapfsäulen für Elektroautos“, so Stadtwerke-Geschäftsführerin Eveline Geisler. Nur 1,7 seien es auf 1000 Quadratkilometern in der Mark. Selbst im ähnlich ländlich strukturierten MV gibt es durchschnittlich 3,1, in Sachsen-Anhalt sind es 3,4. Krösus ist Nordrhein-Westfalen mit 36,8 öffentlich zugänglichen Ladesäulen.

Das Wittenberger Pilotprojekt kostete 50  000 Euro. Laut Geisler müssten mindestens 15 Ladevorgänge am Tag erfolgen, damit die Station rentabel ist. Das dürfte schwierig werden, da nur wenige E-Autos in und um Wittenberge unterwegs sind. Die Stadt hat zum Beispiel selbst eines, das Apartmenthotel am Schillerplatz oder auch der Betriebshof. „Aber wir wollen ein Zeichen setzten. Viele bemängeln die Infrastruktur, wenn es darum geht, ob man sich ein Elektroauto kauft. Da wollen wir das Angebot machen“, so Hermann.

Maßgeblich unterstützt wurde das Projekt von der VR Bank Prignitz und der Firma Erdmann aus Wittenberge, die als Sponsoren auftraten. In der Prignitz können E-Autos an der Kristalltherme in Bad Wilsnack, bei einem Autohaus in Pritzwalk und an einer Biogasanlage in Neudorf geladen werden. In den kommenden drei Wochen sollen auch zwei Ladestationen für E-Bikes installiert werden, „um dem Wunsch vieler Touristen zu entsprechen“, wie KSTW-Chef Uwe Neumann berichtete.  

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