zur Navigation springen

Gross Breese : Strohmieten bedrohen im Brandfall Häuser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Land empfiehlt 100 Meter Abstand, die Kreisverwaltung gibt sich mit 25 Metern zufrieden und die Feuerwehr meldet Bedenken an.

von
erstellt am 26.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Dutzende Strohballen in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung – dieser Sachverhalt, der jedem Passanten am westlichen Ortseingang von Groß Breese ins Auge fällt, erregte auf der jüngsten Sitzung der Breeser Gemeindevertreter die Gemüter. Torsten Blüthmann, stellvertretender Amtsbrandmeister, wies angesichts der mit einiger Regelmäßigkeit auftretenden Strohmietenbrände auf die Gefahr hin, die von den nahe an Gebäuden gelagerten Strohballen ausgehe.

Auch Bürgermeister Werner Steiner ist besorgt. „Auf der einen Seite die Häuser, auf der anderen Seite die Straße, da sehe ich ein Riesenproblem, zumal die Abstände hier definitiv nicht eingehalten werden. Das ist einfach fahrlässig von dem betreffenden Landwirt, denn es gibt genug Verrückte, die aus einer Laune heraus Strohballen in Brand setzen.“ Den Landkreis habe man bereits angesprochen und auf eine Lösung gedrängt, so Steiner.

Kurios ist jedoch, dass im Landkreis Prignitz ganz andere Sicherheitsabstände gelten als vom brandenburgischen Landwirtschaftsministerium empfohlen. In einem aktuellen Informationsblatt heißt es: „Der Sicherheitsabstand von einem Lagerplatz zu Wohn-, Geschäfts- und Gewerbegebäuden [...] muss mindestens 100 Meter, besser 150 Meter betragen. Der Kreistag Prignitz hingegen beschloss im Juni 2006 weit geringere Werte. So müssen im Kreis 50 Meter Abstand zu Gebäuden mit brennbarer Außenhaut und weicher Bedachung, zu Wald- und Moorflächen sowie zu Bahngleisen eingehalten werden, zu sonstigen Gebäuden sowie öffentlichen Wegen und Plätzen sind es gar nur 25 Meter.

Auf Nachfrage informiert die Kreisverwaltung, dass es bei der Beschlussfassung 2006 von Landesseite noch keine Empfehlung bezüglich der Abstände gab. Das Ministerium widerspricht und weist darauf hin, dass ein Dokument vom 30. Juni 2003 bereits die Empfehlung enthält, bei der Lagerung von Strohballen 100 bis 150 Meter Abstand von Wohngebäuden zu halten. Auch im Jahr 2006 sei diese Einschätzung durch eine erneute Veröffentlichung bekräftigt und veröffentlicht worden, so ein Ministeriumssprecher. Hat der Kreistag bei seinem Beschluss Landesempfehlungen bewusst ignoriert?

Torsten Blüthmann sieht das Amt in der Pflicht. „Wir Feuerwehren sind für den abwehrenden Brandschutz zuständig, vorbeugend muss das Amt aktiv werden. Wir können nur an die Landwirte appellieren, größtmöglichen Abstand zur Bebauung einzuhalten, denn eine brennende Miete ist definitiv eine Gefahr.“

Ordnungsamtsleiter Gerald Neu sieht wenig Chancen zu Handeln. „Sofern die kreislichen Vorgaben eingehalten sind, können wir wenig tun.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen