Strickrausch im Torwächterhäuschen

Gabriele Kluge (2. v. r.)  beim Fachsimpeln mit einer Teilnehmerin, während die anderen sich voll dem 'Strickrausch' hingeben.  Petra Ferch
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Gabriele Kluge (2. v. r.) beim Fachsimpeln mit einer Teilnehmerin, während die anderen sich voll dem "Strickrausch" hingeben. Petra Ferch

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04. September 2012, 09:18 Uhr

Wittenberge | Das Torwächterhäuschen im Strickrausch - so könnte kurz umschrieben werden, was Frauen aus ganz Norddeutschland jetzt nach Wittenberge zog. Sie alle dürfte eins einen: Sie suchen nicht den schnellen Erfolg, sondern sie wirken vielmehr mit dünnen Stricknadeln und noch dünneren Fäden Kunstobjekte, die sich so auf keinem Webstuhl fertigen ließen.

Entwickelt hat diese Technik die Berlinerin Gabriele Kluge. "Ich bin Textilgestalterin, wollte eigentlich mal Bildteppiche wirken", erzählt sie. Während eines langen Krankenhausaufenthaltes kam sie zum Stricken und fand so eine künstlerische Alternative, "denn wir verlassen beim Stricken die Richtung, das kann der Weber nicht mehr, und auch in den Ausmaßen sind uns keine Grenzen gesetzt", erklärt sie. Wandbilder von vier mal sechs Metern seien also durchaus möglich und auch schon gestaltet worden. Arbeiten der "Strickrauscherinnen" hingen beispielsweise in einem Braunschweiger Hotel, berichtet die Textilkünstlerin, die ihr Wissen und ihre Fertigkeiten in Kursen an Interessenten weiter gibt.

Wer aber hat die Damen nach Wittenberge geführt? Das ist Birka Stövesandt. Die Museumsleiterin ist nämlich selbst dem Strickrausch verfallen. Und so machte die derzeitige Strickrauschtour, die nach Österreich, in die Schweiz und auch in die Niederlande führt, einen Abstecher in die Prignitz. Über drei Tage ließen sich die Damen im altehrwürdigen Torwächterhäuschen nieder, genossen die altstädtische Ruhe, den beschaulichen kleinen Garten und arbeiteten dabei dennoch konzentriert. Die Anfängerinnen mit etwas dickeren Garnen, die Fortgeschrittenen mit den ganz dünnen, die vierfach zusammengestrickt werden und dadurch eine schöne Farbmischung ergeben, wie Gabriele Kluge verdeutlicht.

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