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Gutes tun im Perleberger Awo-Treff : Stricken für die Suppenküche

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Aus der Redaktion des Prignitzers

An die 20 Jahre fertigen die Strickliesel des Awo-Treffs warme Sachen für Obdachlose und freuen sich über jede Wollspende

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erstellt am 12.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Immer dienstags lassen sie die Nadeln klappern – die fleißigen Strickliesels des Awo-Treffs „Miteinander tätig sein“ in der Krummen Straße. „Wir haben schließlich ein großes Pensum zu bewältigen“, klingt es im Chor. Bis November gilt es möglichst viele Schals, Mützen, Handschuhe und Socken zu stricken, denn in der Suppenküche des Franziskaner Klosters in Berlin-Pankow rechnet man schon fest mit dieser Ausstattung für kalte Tage. Gedacht ist sie für die Obdachlosen, erzählt Renate Bahlke, seit vielen Jahren die gute Seele des Awo-Treffs.

414 Schals, 150 Paar Socken, 184 Mützen und 27 Paar Handschuhe haben die 15 Frauen im vergangenen Jahr kurz vor Weihnachten auf Reisen geschickt. Auch einige Babysachen entstanden im Laufe des Jahres. Jungen, alleinstehenden Muttis, die Hilfe brauchen, werden sie zur Verfügung gestellt.

Da reichen die zwei bis drei Handarbeitsstunden im Treff natürlich nicht. Zuhause wird weiter gestrickt – und sei es bis die Kartoffeln kochen, berichten die Frauen lachend.

An die 20 Jahre gibt es nun schon die fleißigen Strickerinnen, seit 1996 haben sie in der Krummen Straße ihr nachmittägliches Domizil. Sprichwörtlich mit zum Inventar zählt inzwischen Ilse Gumz. 85 Jahre ist sie alt und seit 1998 dabei.

Während die Frauen die Nadeln tanzen lassen, der Schal an Länge, Socken und Mütze an Gestalt gewinnen, wird munter geschwätzt, der Frischgebrühte und der Selbstgebackene von Hannelore Schmarzinski sich schmecken gelassen. „Gebacken wird, was kommt“, sagt diese scherzhaft. Sind die Äpfel reif, gibt es Apfelkuchen, sind im Keller noch Kirschen, wird Kirschkuchen gebacken und wenn sich die Frauen etwas wünschen, dann steht der Kinderkuchen – Napfkuchen mit Trinkfix – ganz oben auf der Liste. „Auch so bleibt man jung“, erhält man prompt zur Antwort, die natürlich sogleich auch für allgemeine Heiterkeit sorgt.

Sie lieben die Gemeinschaft, haben Spaß an Handarbeit und wenn man damit noch Freude verschenken kann, ist das doch optimal, sagen sie sich. Die Wolle für die Stricksachen kaufen sie selbst. 300 Gramm braucht man allein für einen Schal. Verständlich, dass man sich da über jede Wollspende freut, gestehen die Frauen. Und Wolle können sie nie genug bekommen, denn auch in diesem Jahr wollen sie wieder einen ansehnlichen Posten an warmen Sachen in die Suppenküche schicken. Wer zuhause noch das eine oder andere Wollknäuel ungenutzt zu liegen hat, die Awo-Strickliesels würden sich darüber freuen. Dienstags ab 14 Uhr sind sie in der Krummen Straße. Die Wollspenden können aber auch in jeder Awo-Einrichtung im Landkreis abgegeben werden, „und erreichen die Strickerinnen hundertprozentig“, versichert Beate Mundt, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit bei der Awo.

 

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