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Gemeinde Weisen : Streit um Kettensäge geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Feuerwehr in Weisen hat nach Diebstahl ein Exemplar bekommen, das nicht dem Modell entspricht, das die Versicherung ersetzt hat

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 04:45 Uhr

Die Auseinandersetzung um die Kettensäge für die Weisener Feuerwehr dauert an. Zwar haben die Kameraden gemäß eines Beschlusses der Gemeindevertretung eine Kettensäge vom Bauhof der Gemeinde erhalten, dabei handelt es sich aber nicht um das Gerät, das die Versicherung nach einem Einbruch in die Feuerwehr ersetzt hat. Das bestätigte Amtsdirektor Torsten Jacob bei der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses.

Stattdessen haben die Weisener Kameraden nun eine Säge des Typs Stihl MS 231, die laut Torsten Blüthmann, stellvertretender Amtswehrführer in Bad Wilsnack/Weisen, „im Hobbybereich angesiedelt“ ist. „Sie hat nur zwei Kilowatt Leistung. Die Kette und das Schwert sind entsprechend schwächer ausgeführt. Der Listenpreis liegt bei 469 Euro. Entwendet wurde eine Kettensäge MS 029 aus dem Profibereich mit robusterer Ausführung von Kette und Schwert mit einer Leistung von drei Kilowatt. Der Listenpreis liegt bei zirka 1150 Euro“, so Blüthmann auf Redaktionsnachfrage. Für Bäume, die unter mechanischer Spannung stehen, werde eine robuste Ausführung von Schwert und Kette sowie eine entsprechende Motorleistung/Drehmoment benötigt. „Für das Öffnen von Pappdächern und Türen muss mit stark erhöhtem Verschleiß gerechnet werden, was nur hochwertige Sägen überstehen“, so Blüthmann.

Das Thema beschäftigt die Gemeinde seit Langem. Bürgermeister David Leu hatte die neue, von der Versicherung erstattete Säge erst dem Bauhof übergeben und der Feuerwehr eine gebrauchte aus dem Bestand des Bauhofs zur Verfügung gestellt, was zu Debatten auch in der Gemeindevertretung führte (wir berichteten).

Laut Torsten Blüthmann ist die Wehr zwar auch mit der kleinen Säge einsatzfähig. „Es gibt jedoch Einschränkungen bei Sägearbeiten. Die Freiwillige Feuerwehr Weisen besaß immer zwei Sägen mit gleichen Ketten und Schwertern, die eine schnelle Wartung ermöglichten und einen geringen Bedarf an Verschleißteilen zuließ. Versagt jetzt ein Gerät, muss Ersatz bei anderen Wehren organisiert werden.“ Das bestätigt auch Wehrführer Dietmar Schulze. „Seit dem Hochwasser 2002 hatten wir immer zwei große Sägen.“

David Leu wollte sich gegenüber dem „Prignitzer“ nicht äußern, verwies aber darauf, dass es eine Anzeige gebe und der Sachverhalt somit eine nicht-öffentliche Angelegenheit sei. Nach Recherchen des „Prignitzers“ sollen dabei auch Kompetenzüberschreitungen des Bürgermeisters eine Rolle spielen.  

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