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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 14:04 Uhr

Streit um Hecken am Eierberg

vom

svz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 07:25 Uhr

Bad Wilsnack | Ein Unfall im vergangenen November wird den Hecken am Eierberg jetzt zum Verhängnis. Was war passiert? Zwei Fahrzeuge seien an der Einmündung zum Parkplatz zusammen gestoßen, weil nach Aussage der Beteiligten einerseits die Hecke zwischen Straße und Gehweg die Sicht behinderte, andererseits die privaten Anpflanzungen auf der anderen Straßenseite ein Ausweichen unmöglich gemachte hätten, beschreibt Bauamtsleiter Peter Rollenhagen den Vorfall, der die Stadt zum Handeln zwingt.

Die Situation berührt aber nicht nur Interessen der Verwaltung. Zwar sind die Grünstreifen rechts und links der Straße Eigentum der Stadt, die Büsche auf der südlichen Straßenseite jedoch hat Anwohner Dr. Klaus Patzer gepflanzt und gepflegt. Für die Gewächse zwischen Straße und Gehweg auf der Nordseite hat die KMG-Tochter Curatec aus Kulanz die Pflege mit übernommen. Dem entsprechend waren beide Parteien gestern zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen, um ihre Ansichten zum corpus delicti - der gemeinen Hecke - zu äußern.

"Ich habe meine Büsche über die Jahre sorgsam gepflegt", sagt Dr. Klaus Patzer. "Kürzlich bekam ich jedoch von der Stadt eine Aufforderung, die Pflanzen bis zum 15. August zu entfernen, ansonsten werde die Stadt das tun und mir dafür eine Rechnung stellen. Ich fühle mich damit regelrecht kriminalisiert und finde es schade, dass die Stadt das Engagement von Privatleuten, öffentliches Grün zu pflegen, offenbar nicht zu würdigen weiß." Weiterhin stellten die Büsche keinerlei Verkehrsbehinderung dar, sie würden im Gegenteil sogar verhindern, dass Autos auf dem Seitenstreifen parken und die Straße zustellen, so Patzer. Das gelte im Prinzip auch für die herrenlosen Gehölze auf der gegenüberliegende Seite.

Hecke muss weg, Parkverbot her

Dieser Argumentation schließt sich auch Hilmar Bomert, Bereichsleiter Technik/Garten- und Landschaftsbau der Curatec, an und sogar der Bauamtsleiter kann ihr eine gewisse Stichhaltigkeit nicht absprechen, zumal andere Anwohner das Problem mit den parkenden Autos bestätigen und im gleichen Atemzug ein Parkverbot für den betreffenden Abschnitt fordern. Bezüglich der Hecke zum Gehweg bleibt er jedoch hart. In Absprache mit dem Ordnungsamt sei die Entscheidung gefallen, sie zu entfernen. "Welche Neubepflanzung hier möglich ist, ob Rasen oder bodenbedeckende Gewächse, muss noch geklärt werden", so Rollenhagen.

Was Dr. Patzers Eibenbüsche angeht, ist das Bauamt kompromissbereit. Sie können stehen bleiben, da von ihnen keine akute Verkehrsbehinderung ausgehe. "Wenn ich den Abholzungsbescheid ad acta legen kann, ist für mich alles in Ordnung", sagt Patzer und bietet der Stadt sogar an, auch einige Büsche, die ebenfalls an der Straße stehen, aber eigentlich der Kommune gehören, in sein Pflegeprogramm mit einzubeziehen und regelmäßig zu verschneiden. Ein Angebot, das Peter Rollenhagen gerne annimmt. Eine vorläufige Zusage für das Parkverbot können ihm die Anwohner ebenfalls abringen, allerdings müsse diesbezüglich auch die kreisliche Verkehrsbehörde ihr o. k. geben, erklärt der Bauamtsleiter.

Wer künftig die Neuanpflanzungen auf der Südseite pflegt, bleibt vorerst offen. "Rasen müsste alle drei Wochen gemäht werden, die Sträucher haben wir hingegen nur dreimal im Jahr verschneiden müssen", gibt Hilmar Bomert zu bedenken. Angesichts des zu erwartenden Pflegeaufwands müsse über die weitere Betreuung dieser Grünfläche im Besitz der Stadt diskutiert werden.

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