Streit um Biogasanlage in Kehrberg

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19. September 2012, 10:05 Uhr

Kehrberg | Wenn sich morgen die Gemeindevertreter von Groß Pankow (Prignitz) zu ihrer nächsten Sitzung treffen, dann wird es dabei auch um die Erweiterung der Biogasanlage in Kehrberg gehen, zumindest um die Änderung des räumlichen Teilflächennutzungsplanes als Voraussetzung dafür. Bereits mehrfach war das Projekt sowohl in der Gemeindevertretung als auch in den Ausschüssen diskutiert worden, zweimal waren auch die Kehrberger Einwohner darüber informiert worden. Während es auf der ersten Einwohnerversammlung wohl keinen Widerstand gab, mehren sich jetzt die Stimmen gegen das Projekt. Wie auch in der jüngsten Hauptausschusssitzung der Gemeindevertretung deutlich wurde, soll es derzeit eine Unterschriftensammlung dagegen geben.

"Bei mir waren sie noch nicht, aber ich habe davon gehört", erklärt Kehrbergs Ortsvorsteher Wilhelm Schröder. Er macht keinen Hehl daraus, für die Erweiterung der Biogasanlage zu sein und weiß sich darin mit dem Ortsbeirat einig. Und auch die Mehrheit der Kehrberger befürworteten das Vorhaben. "Doch die Fürsprecher melden sich meist nicht so öffentlich. Die Gegner befürchten Geruchsbelästigung, aber die Biogasanlage stinkt nicht. Geruch erzeugt viel mehr der Schweinestall daneben", macht Schröder deutlich. Der gehöre dem Betreiber der Bio gasanlage, einem Landwirt aus Klein Woltersdorf. Doch der habe schon viel getan, um die Geruchsbelästigungen einzuschränken, betont der Ortsvorsteher.

Letzteres bestätigt auch Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski. Ende der 90er, Anfang der 2000-er Jahre habe der Landwirt die Stallanlagen komplett saniert. Und mit der Errichtung der Biogasanlage gebe es auch keine offenen Gylle behälter mehr. Unabhängig davon bestätigt Lugowski, dass es auf der zweiten Einwohnerversammlung eine Reihe von schriftlichen Stellungnahmen gegen die Erweiterung der Biogasanlage gegeben habe.

Die Mitglieder des Hauptausschusses verwiesen den Beschluss zur Flächennutzungsplanänderung in die Gemeindevertretersitzung. Bleibt abzuwarten, ob die Abgeordneten morgen einen entsprechenden Beschluss fassen oder aber das Thema gänzlich von der Tagesordnung nehmen, weil sie noch Klärungsbedarf sehen. Möglich wäre aber ebenso, der Flächennutzungsplanänderung zuzustimmen, die Weiterführung des Bebauungsplanes aber von einer erneuten Einwohnerversammlung abhängig zu machen, wenn die entsprechenden Unterlagen, wie beispielsweise Gutachten, vorliegen, zeigt Lugowski einen Weg auf.

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