Auf Gemeinde Karstädt kommen Probleme zu : Straßenkarussell dreht sich

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Mit A14-Fertigstellung im Bereich Karstädt muss die Gemeinde Teilstücke von Landesstraßen übernehmen. Größter Streitfall bleibt B5

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06. Januar 2016, 17:56 Uhr

Mit der Fertigstellung und der Freigabe der A14 zwischen Karstädt und Groß Warnow kommt auf die Gemeinde einiges zu. Nicht nur, dass die B5 nun als Gemeindestraße ausgewiesen werden soll, auch Teile von Landesstraßen werden in diesem Bereich abgestuft. „Wir suchen uns jetzt einen Rechtsanwalt, werden auf der B5 eine Verkehrszählung in Auftrag geben und Klage einreichen“, betonte Karstädts Bürgermeister Udo Staeck im Gespräch mit dem „Prignitzer“. Widerspruch hat die Verwaltung gegen die Abstufung der B5 zur Gemeindestraße bereits fristgerecht eingereicht („Der Prignitzer“ berichtete).

Im Amtsblatt Brandenburg wurde am 28. Oktober die Verfügung zur Umstufung von Teilabschnitten der B5 bekanntgegeben. Danach heißt es, dass mit Ablauf des 31. Dezember 2015 die Bundesstraße zwischen dem Kreisverkehr mit der L13 in Richtung Dargardt bis Groß Warnow zur Einmündung der L134 in Richtung Klein Warnow mit einer Länge von 8,757 Kilometern zur Gemeindestraße umgestuft wird. Zudem wird die Landesstraße 133 von der Einmündung auf der B5 bei Garlin bis zur Einmündung in Reckenzin auf die L134 mit einer Länge von 4,561 Kilometern ebenfalls eine Gemeindestraße, die über die A14 führt. Die Autobahnbrücke selbst gehört in dem Bereich dem Landesstraßenamt. „Die Deckschicht gehört jetzt aber uns.“ Also für die Fahrbahn wäre die Gemeinde für Instandsetzung und Winterdienst zuständig. Auch hier läuft der Widerspruch. Diese Widersprüche haben eine aufschiebende Wirkung, wie Frank Schmidt, Regionalbereichsleiter des Landesbetriebs für Straßenwesen Brandenburg West, auf „Prignitzer“-Nachfrage erklärte. Das bedeutet, dass auch weiterhin die Landesstraßenmeisterei für den Winterdienst, die Baumpflege und Instandhaltung zuständig ist.

Damit noch nicht genug.

Im Planfeststellungsbeschluss ist festgehalten, dass mit Fertigstellung der A14 ein Teilstück der L131 vom Abzweig Dargardt und die heutige Sackgasse zum Hilgenberg von Groß Warnow nach Pinnow, die vorher ein Teil der L134 war, zum 1. Januar 2016 zu Gemeindestraßen werden. „Die Entscheidung zu beiden Teilstücken haben wir damals so hingenommen“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Und was die B5 anbelangt, da bezeichnet Staeck den derzeitigen Zustand als mangelhaft. „Die Decke ist abgefahren. Wir können sie uns nicht leisten.“ In den vergangenen zwei Jahren rollte zusätzlich zum alltäglichen Lkw-, Landwirtschafts- und Pkw-Verkehr auch der enorme Bauverkehr für die A14 über die B5.

„Wenn die B5 unsere wird, werden wir dort eine Tonnenbegrenzung einführen“, so Staeck. Er befürchtet, dass der Schwerlastverkehr auf dieser Straße nicht viel weniger wird, wenn auf der Autobahn Maut bezahlt werden muss. Und ganz neu bringt das Gemeindeoberhaupt die Initiative für einen durchgehenden Radweg von Hamburg- Berlin ins Spiel. Wenn die B5 auf dem jahrelangen Klageweg, dann doch in Gemeindeeigentum übergehen sollte, dann stellt er sich vor, entlang der heutigen B5 einen Radweg zu bauen.

Und dann wäre da noch der landwirtschaftliche Verkehr, der zum Großteil während einer Kampagne über die B5 bis Postlin nach Dallmin zur Stärkefabrik rollt. Damit wäre dann nach Staecks Vorstellung Schluss. Schon in Groß Warnow müssten die Trecker, die aus Richtung Mecklenburg kommen, die Landesstraße über Klein Warnow, Reckenzin, Streesow nach Dallmin fahren. „Und das ist die schlechteste Landesstraße bei uns im Gemeindegebiet“, meint Staeck.

Die Verwaltung hatte seinerzeit den Vorschlag unterbreitet, dass die B5 eine Landes- bzw. Kreisstraße wird. Der Kreis konnte das bereits im Vorfeld auf dem Klageweg erfolgreich abwenden. Die Gemeinde wollte, so weiter der Vorschlag, das Teilstück der Landesstraße 133 vom Ortsausgang Reckenzin bis nach Dallmin übernehmen. „Das ist eine grüne Strecke“, so Staeck. Im gleichen Zuge forderte er die Sanierung der Ortsdurchfahrt Reckenzin vom Land. Diese Forderung ist nicht neu. Seit Jahren bemühen sich Verwaltung und der Ortsbeirat Reckenzin, dass die Landesstraße endlich saniert wird. „Bei Regen ist sie ein einziges Drecksloch“, so Hans-Joachim Puls jetzt als Bürger, früher als Ortsbeiratsvorsitzender und Gemeindevertreter. Und die Kritik der Reckenziner geht noch weiter. Vor Landtagswahlen lassen sich die Politiker dort sehen, aber danach finden sie den Weg nach Reckenzin nicht mehr. Die Ortsdurchfahrt könnte, wenn die B5 tatsächlich einmal eine Gemeindestraße wird, eine überregionale Bedeutung erhalten.

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