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Schlechte Noten für die Prignitz : Straßen und Brücken sind marode

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Investitionsprogramm des Landeskreises kann die Verschlechterung nicht aufhalten – Verkehrssicherheit vielerorts gefährdet

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Nach vieljähriger Pause hat im Vorjahr eine Spezialfirma den Zustand der Prignitzer Kreisstraßen überprüft. Das Ergebnis überrascht Autofahrer nur wenig. 77 Kilometer Kreisstraßen wurden von der Firma Geo Net solution in die schlechteste Kategorie acht eingestuft. Auch in der nächsten schadensträchtigen Klasse schlagen mehr als 52 Kilometer zu Buche. Mit dieser Einstufung sei die Verkehrssicherheit aber nicht mehr uneingeschränkt gegeben, erläuterte der Leiter der Kreisstraßenmeisterei, Michael Becker, im Werkausschuss. Die Folge sind Warnschilder und Beschränkungen. Der Warnwert bei dem die Verkehrssicherheit nicht gegeben sein könnte, liegt sogar schon bei der Note 4,5.

Bei der Bewertung fließen Risse, Unebenheiten, Quer- und Spurrinnen, offene Nähte und Fugen, Absenkungen, Oberflächenschäden und Flickstellen sowie Schäden an den Randstreifen ein.

Besonders schlecht bewertet wurden Teile der K 35 im Raum Lenzen, der K 38 bei Blüthen., der K 44 Berge, Neuhausen und Dallmin. Rot leuchten auf der Karte die K1 Barenthin, Görike, Schönhagen und Söllenthin, die K 5 in Elbnähe und die K 22 Triglitz-Mertensdorf. Zu den Gründen zählt die hohe Tonnage-Belastung durch Lkw und schwere Landtechnik. Doch die Warnfarbe bedeutet nicht, dass dieser Bereich bald saniert wird. Die Einstufung ist nur ein Mosaikstein für das Investitions- und Sanierungskonzept des Kreises. Wirtschaftliche und touristische Bedeutung, Straßennutzung, Schulwege und das Vorhandensein von Alternativrouten werden ebenso einbezogen.

Mittelfristig will der Landkreis jährlich weiter vier Millionen Euro in die Instandsetzung von Straßen stecken, kündigte Edelgard Schimko, Geschäftsbereichsleiterin Bau und Wirtschaft an. Für die Verbesserung des Straßenzustandes wird das nicht reichen, eher im Gegenteil. 2018 werden bereits 150 Kilometer Straßen nicht mehr verkehrssicher sein, im Jahr 2020 sogar 170 Kilometer. Einziger Lichtblick sei die von 50 auf 75 Prozent verbesserte Landesförderung für Straßenbauprojekte, so Edelgard Schimko. Landesstraßen böten kaum eine Alternative, deren Zustand sei noch schlechter. Erneuerungsarbeiten stehen in diesem und im nächsten Jahr unter anderem zwischen Mertensdorf, Schmarsow und Putlitz, auf der K 38 bei Blüthen, auf der K 1 zwischen Görike, Schönhagen und Barenthin, auf der K 3 zwischen Bendelin und Zichtow sowie zwischen Bresch und Pirow an.

Auch bei den Brücken der Kreisstraßen herrscht großer Sanierungsbedarf. Zehn der 20 Bauwerke müssen instandgesetzt werden. Planungen laufen für die Stepenitz-Brücke bei Weisen, die Brücke bei Mertensdorf, die Brücke Neuhausen sowie die Brücke bei Kliss unmittelbar an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern.  

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