Straßen: Fokus auf Historie

Einige Namen sollen zusätzliche Erläuterungen mit geschichtlichen Hintergründen erhalten

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22. Januar 2016, 12:00 Uhr

Straßennamen in der Rolandstadt, die eine besondere historische Bedeutung haben, sollen künftig einen erläuternden Zusatz erhalten. Die Umsetzung der Idee wird schon etwas länger diskutiert und inzwischen im Hintergrund vorbereitet. Ein erster, ganz konkreter, Vorschlag kam in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses auf den Tisch. Die Abgeordneten berieten am Dienstag darüber.

Laut Sachgebietsleiterin Ulrike Ziebell wolle man sich auf vier bis sechs Straßen im Stadtgebiet beschränken. Denkbar seien demzufolge: Franz-Grunick-Straße, Karl-Achtel-Straße, Matthias-Hasse-Straße, Max-Viereck-Straße sowie Lotte-Lehmann-Promenade. Letztere sei schon beschriftet, wie aus einer Zuarbeit des Fachbereiches Stadtentwicklung und Landschaftspflege der Stadtverwaltung hervorgeht. Auch Ergänzungen sind darin bereits vermerkt: So seien auch die Kaarster Straße (Kaarst als Partnerstadt Perlebergs) und die Kurmärker Straße vorstellbar. Bei der letztgenannten Straße taucht der Begriff „Kurmark“ als historische Bezeichnung der Region Prignitz/westliches Brandenburg auf und könnte entsprechend erläutert werden.

Hans-Peter Freimark (SPD-Fraktion) merkte in der Diskussion an, dass aus seiner Sicht auch die Dobberziner und die Koloniestraße mit ihren historischen Begrifflichkeiten Aufnahme in die Liste finden müssten, ebenso die Parchimer Straße, die früher Judenstraße hieß. Interessant sei zudem die Herleitung des Namens der Gertrudstraße: Sie wurde einst von Bauunternehmer Max Viereck (1860- 1937) erschlossen, er benannte sie nach dem Vornamen seiner Frau. Vierecks unverwechselbarer Baustil prägt das Stadtbild. Die von ihm gefertigten Pläne und Zeichnungen enthalten viele exakt dargestellte Details der Gebäude: häufig verwinkelt, mit Ziergiebeln, Türmen und Dachaufbauten. Auch Wohnhäuser, Stallungen und Gutshäuser auf dem Lande tragen seine Handschrift, wie man in einem der Perleberger „Erinnerungsblättchen“ nachlesen kann.

Ganz zu Ende diskutiert ist die Liste der Straßen, die perspektivisch mit einem Erläuterungsschild ausgestattet werden sollen, mit Sicherheit noch nicht. Das Thema wird die Abgeordneten in weiteren Sitzungen beschäftigen.

Aber auch den Bürgerverein: Vorsitzender Malte Hübner-Berger, der als sachkundiger Einwohner für die SPD im Ausschuss sitzt, kündigte an, dass der Bürgerverein sich gern aktiv in diese Sache einbringen würde. „Ich werde den Vorschlag unterbreiten, dass wir das als Verein stemmen möchten.“

Eine interessante Idee äußerte zudem Jan Domres (Die Linke): Um die Kosten überschaubar zu halten, könnte man weitere Straßenzüge, die jetzt nicht in die engere Auswahl fallen, mit QR-Codes versehen, in denen Informationen zur Geschichte hinterlegt sind. Die Codes können sehr einfach mit Smartphones eingelesen werden.  

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