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Anwohner in Groß Breese Ausbau ärgern sich : Straße zu laut, Autos zu schnell

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Aus der Redaktion des Prignitzers

In Groß Breese Ausbau leiden Anwohner unter dem neuen Straßenbelag und den Rasern

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Schlaflosigkeit und klapperndes Geschirr sind für Ursula Schulze und ihren Mann Bernd ständige Begleiter, seit der Straßenbelag der L11 vor ihrem Haus in Groß Breese Ausbau im vergangenen Jahr erneuert wurde. „Ich möchte wieder einmal eine Nacht durchschlafen“, sagt die 72-Jährige.

Wegen des rauen Asphalts sind die Abrollgeräusche der Autoräder auch bei geschlossenen Fenstern deutlich zu hören. „Wir kommen weder tagsüber noch nachts zur Ruhe. Es rattert und kracht ständig. Ab 5 Uhr morgens ist es wegen des Berufsverkehrs besonders schlimm “, erzählt die Seniorin, die seit 53 Jahren in der Siedlung lebt. Erst nach 21 Uhr wird es ruhiger.

Antwort des Amtes ist eine „Frechheit“


Doch nicht nur die Eheleute Schulze leiden unter dem lauten Asphalt. Auch Nachbar Jens Behn, der mit seiner Familie in zweiter Reihe wohnt, weiß ein Lied von der Lärmbelästigung zu singen. „Wir haben unser Schlafzimmer an der Straßenseite. Meine Frau kann oft nicht schlafen, und auch für mich ist es schwer, zur Ruhe zu kommen“, berichtet der 48-jährige Schichtarbeiter. Da die Situation für die Betroffenen nicht hinnehmbar ist, haben sie an das zuständige Landesamt für Straßenwesen in Kyritz geschrieben. Die Behörde antwortete, dass die Oberfläche mit einer doppelten „Splittabstreuung“ behandelt wurde. Dies sei für die Erhaltung der Substanz der Landesstraße erforderlich gewesen. „Diese Antwort ist eine Frechheit“, ärgert sich Ursula Schulze. Denn das Amt sei gar nicht auf die Schilderungen der Lärmbelästigung eingegangen. Gegenüber dem „Prignitzer“ teilt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebes für Straßenwesen, mit, dass keine Veranlassung bestehe, den Fahrbahnbelag auf der L11 zu verändern, „da die veränderte Oberflächenstruktur aus bautechnischer Sicht keinen Mangel darstellt“.

Ein weiteres Problem für die Anwohner: Viele Autofahrer halten sich nicht an die vorgeschriebenen 50 Kilometer pro Stunde. „Die meisten fahren deutlich schneller, was auch zur Geräuschkulisse beiträgt“, sagt Ursula Schulze. Da es an der Straße keinen Geh- oder Radweg gibt, würden die Raser außerdem die Kinder gefährden, die zur Bushaltestelle laufen oder mit dem Rad nach Breese fahren. „Und auch die älteren Bürger fühlen sich nicht sicher“, weiß Schulze. Jens Behn fügt an, dass er immer ein mulmiges Gefühl hat, wenn er mit seinem im Rollstuhl sitzenden Vater nach Breese läuft.

Polizei: Abschnitt kein Unfallschwerpunkt

Schon zum Blitzermarathon im vergangenen Jahr haben sich die Anwohner über das Internet darum beworben, dass auch bei ihnen kontrolliert wird – allerdings erfolglos. Ursula Schulze und Jens Behn sagen, das letzte Mal wurde vor zig Jahren vor ihrer Haustür geblitzt. Wann genau, kann auch Polizeisprecherin Dörte Röhrs nicht sagen. „Wir führen darüber keine Statistik.“ Die Siedlung sei generell kein Unfallschwerpunkt. „Im Jahr 2015 gab es dort nur einen Unfall, bei dem ein Hund verletzt wurde.“

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