Illegale Deponien : Straße wird zur Müllkippe

Das ist kein öffentlicher Weg, doch ideal, um im Schutze der Bäume unbeobachtet seinen Müll zu entsorgen.
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Das ist kein öffentlicher Weg, doch ideal, um im Schutze der Bäume unbeobachtet seinen Müll zu entsorgen.

Grün- und Baumschnitt, Teppich, Bauschutt und Küchenabfälle – entlang der verlängerten Feldstraße findet man alles

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16. August 2016, 04:45 Uhr

„Man kann förmlich zusehen, wie der Weg vermüllt wird. Erst am Wochenende hat sich entlang der verlängerten Feldstraße offensichtlich wieder ein Hobbygärtner seines Grünschnittes entledigt“, deutet sichtlich frustriert Siegfried Leibner auf einen Grashaufen, der noch recht frisch ausschaut. Dort, wo die Feldstraße sich in einen unbefestigten Weg verwandelt, reihen sich links und rechts die wilden Müllberge fast aneinander. Und die Palette dessen, was hier in Mutter Natur kurzerhand entsorgt wird, ist recht vielschichtig. Denn nicht nur jede Menge Grün- und Baumschnitt findet man entlang des Weges, auch Bauschutt, alte Betonzaunpfähle und gar einen Teppich. An die zwei Jahre liege der hier wohl schon, berichtet Siegfried Leibner. Mittlerweile hat Mutter Natur vieles schon mit ihrem Grün überdeckt. Doch einiges hat derartige Ausmaße angenommen, das selbst das Unkraut da nicht gegen an kommt. Das beste Beispiel ist der Haufen in der Feldstraße. Wo die Bebauung endet, türmt sich seit dem Frühjahr auf, was den Kleingärtnern ein Dorn im Auge ist. Entsprechend groß die Ansammlung von Grün- und Baumschnitt, von Laub und dergleichen. „Fragt sich nur, wer das hier mal wegräumt“, fügt Siegfried Leibner an.

Kurz vor der Brücke zum Neuen Hennigs Hof verläuft ein Feldweg, der auf den der verlängerten Feldstraße mündet. „Er stammt aus jenen Tagen, wo hier noch die Apfelplantage war, doch ein öffentlicher Weg war es nie“, weiß der Perleberger. Inzwischen wird er aber von jenen rege genutzt, die bei Nacht und Nebel bzw. im Schutze der hohen Bäume sich ihres Abfalls entledigen wollen. „Die einfachste Lösung wäre, wenn der ansässige Bauer den Feldweg einfach überpflügt“, so der Vorschlag von Siegfried Leibner.

Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt weiß um das Problem der illegalen Müllhalden. Immer wieder laufen Beschwerden bei ihr auf, muss die Stadt jenen den Dreck nachräumen, die glauben, dass alles, was in der Natur gewachsen ist, auch in der Natur entsorgt werden darf. „Auf dem eigenen Grundstück kann man kompostieren, aber nicht einfach in Wald und Flur Grünschnitt und dergleichen entsorgen. Das ist eine Ordnungswidrigkeit und wird entsprechend geahndet.“ Allerdings muss man jener Umweltfrevler erst einmal habhaft werden. „Insofern sind wir auf Hinweise angewiesen“, betont die Umweltfrau und verweist darauf, dass man seinen Grünschnitt und dergleichen Abfall kostenpflichtig in der Kleinannahmestelle des Stadtbetriebshofes in der Wittenberger Chaussee 1 (ehemaliges Eierlager) abgeben kann. Und in der Firma Schröder im Eichhölzer Weg, ist auf Nachfrage vom Landkreis zu erfahren. Kleinstmengen dürfen zudem als Restmüll in die Tonne wandern.

An die Adresse der Stadt gewandt hat unser Leser Siegfried Leibner noch eine Kritik. Eine Gashauptleitung, die Hauptabwasserleitung von Quitzow, ein Erdkabel und auch seine private Wasserleitung – „alle diese Versorger befinden sich im unbefestigten Abschnitt der verlängerten Feldstraße. Und dieser Bereich gehört der Stadt. Doch gemäht hat sie hier noch nie.“ Zweimal im Jahr kürzt der Perleberger selbst die Büsche, „damit daraus keine Bäume werden, die mit ihren Wurzeln womöglich Schaden anrichten“. 

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