Storchenturm: Jetzt geht es los

<strong>Der Storchenturm</strong> wird jetzt saniert.
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Der Storchenturm wird jetzt saniert.

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17. Januar 2013, 10:23 Uhr

Berge | Nun wird es ernst, der Berger Storchenturm wird saniert. In dieser Woche tagte der Bürgerverein "Leben in Berge", hat die nächsten konkreten Schritte abgesteckt. "Das Geld, das wir für die Sanierung des alten Schlauchturms der Feuerwehr benötigen, ist zu 95 Prozent in Sack und Tüten, nun kann es losgehen", berichtet Vereinsvorsitzende Helga Scherfke.

Sie war es auch, die bereits im Frühjahr 2011 angeregt hatte, doch etwas für den Turm zu tun, denn eigentlich gleicht es mehr einem Wunder, dass sein Nest noch immer fast jedes Jahr von Störchen bezogen wird, so marode, wie er schon ist. Helga Scherfke organisierte damals gemeinsam mit weiteren Enthusiasten eine Pflanzenbörse am Berger Anger, deren Erlös in den Sanierungstopf fließen sollte. Weitere Aktionen für den Storchenturm folgten, dazu kamen Spenden und auch die Mitgliedsbeiträge für den Verein.

Im Sommer 2012 konnte Helga Scherfke den Berger Gemeindevertretern berichten, dass der Verein bereits 3500 Euro zusammen getragen hatte, auch der Naturschutzbund das Anliegen unterstützen wolle, zudem bei einem Ortstermin darauf verwiesen habe, dass für ein solches Projekt auch Ausgleichsmittel verwendet werden könnten, die mit der Errichtung von Windkraftanlagen zu leisten sind. Auch dazu nahm der Verein Verhandlungen auf.

Und nun geht es los. Am 2. Februar ist der erste Arbeitseinsatz angesetzt. "Dann soll das marode Gebäude neben dem Schlauchturm abgerissen werden. Fünf bis sechs Männer vom Verein werden Hand anlegen, auch entsprechende Technik einsetzen", freut sich Helga Scherfke. Danach gehe es dann an den Turm selbst, der mit Lärchenholz erneuert werden soll. "Das muss und wird fachgerecht eine Firma übernehmen", betont die Vereinsvorsitzende. Zuvor müsse das Storchennest heruntergeholt werden. "Dabei will uns der Prignitzer Weißstorchbetreuer Falk Schulz unterstützen", fügt Helga Scherfke an. Viel Zeit bleibe nicht, denn bis Ende März müsse alles fertig sein, damit das Nest pünktlich zur Storchensaison von Meister Adebar bezogen werden könne.

Doch natürlich soll der Projekt-Abschluss auch zünftig gefeiert werden. "Dafür haben wir uns den 1. Juni ausgesucht, denn da ist Kindertag, und der Storch passt ja bestens zum Thema Kinder", ist man sich im Bürgerverein einig. Also soll an diesem Tag ein Fest begangen werden gemeinsam mit vielen Partnern wie der Berger Grundschule, der Kindertagesstätte aber auch dem Schützenverein oder der Karnevals-Gesellschaft. Aber bis dahin muss erst einmal tüchtig gearbeitet werden.

Der Storchenturm ist jedoch nicht das einzige Vorhaben, das sich der Bürgerverein in diesem Jahr auf die Fahnen geschrieben hat, wie Helga Scherfke betont. "Auch des Gedenksteins in Klein Berge wollen wir uns annehmen, seine Historie noch ein bisschen mehr erkunden." Dass der Stein an die Befreiungskriege erinnert und zum 100. Jahrestag aufgestellt wurde, hatte Dr. Rolf Rehberg, Museumsleiter in Pritzwalk und selbst Berger Bürger, schon bestätigt. Deshalb lauten die Jahreszahlen auch 1813-1913. Warum aber dieser Stein gerade in Berge aufgestellt wurde, was der Ort mit den Befreiungskriegen zu tun hat, das sei noch genauer zu ergründen. Immerhin wird in diesem Jahr der 200. Jahrestag begangen.

Als Befreiungskriege oder Freiheitskriege werden übrigens alle historischen kriegerischen Ereignisse zusammengefasst, die sich 1813 bis 1815 zwischen den Truppen des napoleonischen Frankreich und deren Gegnern in Mitteleuropa ereigneten.

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