Erfindung aus der Prignitz : Storchennestbau optimiert

Mit der von Ronald Grünwald erdachten und der Tischlerei Harald Wiede gebauten Vorrichtung können Nestkränze leichter in der richtigen Form angefertigt werden.
Mit der von Ronald Grünwald erdachten und der Tischlerei Harald Wiede gebauten Vorrichtung können Nestkränze leichter in der richtigen Form angefertigt werden.

Dank einer Entwicklung von Ronald Grünwald können Nestkränze für Adebars Kinderstube jetzt schneller gebaut werden

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23. März 2016, 12:00 Uhr

Jetzt wird der Bau neuer Storchenhorste bzw. deren Grundinstandsetzung einfacher und zeitsparender: Ronald Grünwald entwickelte eine Vorrichtung, mit der im Vorhinein Nestkränze hergestellt werden können.

„Bisher war es so, dass wir die Kränze für die Metallunterlage meist vor Ort fertigten. Das war mühselig und zeitaufwändig“, erzählt der Wüsten Vahrnower. So dachte er sich eine Vorrichtung aus, die Tischlermeister Harald Wiede aus dem benachbarten Baek in die Praxis umsetzte. Und sie wurde bereits mit Erfolg getestet. Sieben Nestkränze entstanden bisher. Unterstützung erhielt Ronald Grünwald an einem Sonnabend von Thomas Könning aus Wentdorf und Hans-Werner Ulrich aus Cumlosen. „Verwendet haben wir Zweige vom Pflaumenbaum, sie verwittern nicht so schnell“, gibt Ronald Grünwald seine Erfahrungen weiter.

Die hat er als Nabu-Mitglied und ehrenamtlicher Ornithologe in den zurückliegenden Jahren reichlich gesammelt. Bereits als 14-Jähriger trat der heute 53-Jährige der damaligen Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz des Kulturbundes der DDR bei und engagiert sich seitdem besonders für den Vogelschutz. Davon zeugen auch 17 Kunstnester, die er für Mehlschwalben an seiner Scheune anbrachte. „Die werden gut angenommen, so dass ich noch weitere ergänzen will“, erzählt Grünwald. Gast auf seinem Bauerngehöft sind auch Schleiereulen.
Für den Neubau bzw. Ersatz von Storchennestern haben sich Leichtmetallräder alter Beregnungsanlagen als ideale Horstunterlage erwiesen. Zur Befestigung an ausgedienten Strommasten dienen Metallhalterungen, die der Putlitzer Schmiedemeister Lutz Eisermann anfertigt. „Beiden Handwerkern danken wir an dieser Stelle noch einmal herzlich“, betont Grünwald als stellvertretender Nabu-Kreisvorsitzender.

„Ist das Rad mit dem Maschendrahtgeflecht an der Mastspitze befestigt, kommt der Nestkranz rauf und wir polstern den Innenraum mit Grassoden“, erläutert Weißstorchbetreuer Falk Schulz die weiteren Arbeitsschritte, um Meister Adebar willkommen zu heißen. Das geschah am Freitag in Wittenberge, wo gegenüber des Obi-Marktes ein Storchennest vom Mast abgestürzt war und mit Drehleiter-Unterstützung der Wittenberger Feuerwehr neu aufgesetzt wurde (wir berichteten). Am vergangenen Sonnabend setzten Falk Schulz und weitere Ehrenamtler der Fachgruppe Ornithologie Horste in Müggendorf und Bentwisch instand. Umgesetzt werden, mit Wemag-Hilfe, soll auch ein Storchennest bei Reetz – von einem Doppelmast einer Freileitung auf einen noch separat zu setzenden Einzelmasten.

„Der Bestand an Weißstörchen im Landkreis ist nach wie vor leicht steigend. In guten Jahren zählen wir 220 Paare“, freut sich Falk Schulz. 1970 wurden zirka 170 Paare gezählt. Mit dem Gros der Störche, die wieder in die Prignitz einfliegen, rechnet der Cumlosener in der zweiten Aprildekade. „Etwa 90 Prozent unserer Störche sind Ostzieher, kommen über die Türkei und den Bosporus aus Afrika zu uns zurück“, so Schulz. Zirka zehn Prozent Westzieher nutzen die etwas kürzere Route über Spanien bzw. haben dort überwintert. Von denen seien bereits einige hier.  


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