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Entwicklung weiter verfolgen : Storchenbestand im Kreis stabil

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Storchenjahr 2016 in der Prignitz war durchwachsen. 148 Horstpaare zählte der Nabu Prignitz. Der 7000. Jungstorch wurde seit 1959 beringt.

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erstellt am 01.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Das Storchenjahr 2016 war durchwachsen, der Bestand an Rotstrümpfen im Kreis ist aber stabil. Das sagt Falk Schulz, Vorsitzender des Nabu Prignitz, auf Anfrage. „Zwar sind noch nicht alle Zahlen ausgewertet, dennoch kann man schon ein Fazit ziehen. Das vergangene Jahr war nicht berauschend, die Lage ist aber nicht so schlecht wie in anderen Teilen Brandenburgs“, so Schulz, der sich um den Altkreis Perleberg inklusive Lenzen kümmert.

Auch wenn der erste Storch schon am 29. Januar 2016 in Nebelin gesichtet wurde, lief der Horstbesatz von März bis April schleppend. „Gründe sind das schwierige Wetter auf den Zuglinien und die nicht so guten Bedingungen in den Überwinterungsgebieten“, erklärt Schulz. Die Jungen kamen später zur Welt als üblich. Das hat auch mit den schlechteren Nahrungsbedingungen zu tun. „Zum zweiten Mal in Folge hatten wir kein Frühjahrshochwasser, so dass es deutlich weniger Amphibien als Futter auf den Elbwiesen gab.“

Im Perleberger Bereich wurden 148 Horstpaare gezählt, von denen 107 Junge hatten, 41 waren ohne Nachwuchs. Dies liege noch im Normalbereich, meint der Experte. 65 Horste blieben unbesetzt. Insgesamt erfassten die Tierschützer 254 Jungtiere, die auch ausgeflogen sind. Das entspricht einem Schnitt von 1,72 je Paar. „Eigentlich sollten es zwischen 1,9 bis zwei sein, aber der Wert ist noch recht gut. In anderen Teilen Brandenburgs gab es größere Ausfälle“, ordnet Schulz die Zahlen ein. Grund zur Freude gab es in Viesecke, Mankmuß und Klein Lüben, wo sich erstmals seit Jahrzehnten wieder Störche niederließen. Die meisten Paare wurden mit 33 standesgemäß im Storchendorf Rühstädt gezählt – zwei mehr als 2015. Falk Schulz betont, dass die Datenerfassung in den vergangenen Jahrzehnten immer besser geworden ist. Dazu trägt auch die Beringung der Jungtiere bei. 2016 wurde der 7000. Storch seit Beginn der Aktion im Jahr 1959 markiert. Der älteste 2016 erfasste Ringstorch war 21 Jahre alt. Er wurde 1995 in Neuhausen bei Berge beringt und brütete in Lütkendorf bei Putlitz. Ein 20 Jahre alter Vogel wurde in Rühstädt beobachtet. Am weitesten von seinem Beringungsort in Polen war ein Exemplar entfernt, das sich 2016 in Mödlich niederließ – 629 Kilometer. 8400 Datensätze existieren über beringte Adebare in der Prignitz. „Das gibt es nicht nochmal in Deutschland“, betont Falk Schulz. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten auch die Hobby-Beobachter, die Fotos von den Tieren machen und diese an den Nabu schicken.

Fazit: Es gab schon weitaus schlechtere Storchenjahre in der Prignitz. Es gebe keinen Grund, Alarm zu schlagen, so Schulz. „Aber wir müssen die Entwicklung natürlich weiter verfolgen.“  

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