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Kribber wollen Windradbau stoppen : Störche bei Kribbe gefährdet

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Geplantes Windrad soll zu dicht am Horst und den Futterplätzen errichtet werden.

von
erstellt am 18.Jul.2015 | 12:00 Uhr

„Unser Storch ist fast jeden Abend in seinem Horst in Neuhof“, freut sich Ortsvorsteher Wolfgang Kuhert. Seit fünf Jahren kommt der Weißstorch in das kleine Dorf. Anfangs allein, dann mit seiner Frau – es gab sogar Nachwuchs – dann ein Jahr nicht. „Die Wemag hatte eine neue Nesthilfe aufgestellt. In diesem Jahr hat er sie angenommen“, so Kuhert. Weitere Störche sind in der Gemarkung Kribbe auf Futtersuche zu sehen. Doch der Ortsvorsteher hat Sorge, dass das bald vorbei sein könnte, wenn der Investor die geplanten Windräder baut. Die Naturwind Potsdam GmbH plant vier Windkraftanlagen. Zwei sind völlig unstrittig, die beiden weiteren aus Sicht der Kribber schon. Denn eines soll nur knapp 450 Meter von der Wohnbebauung errichtet werden, das andere in Nähe des Horstes.

„Windräder dürfen in einem Abstand von 1000 Metern zu einem Horst gebaut werden. Bei uns beträgt die Entfernung aber nur 850 Meter. Ich kann nicht verstehen, dass die Genehmigungsbehörde dem nicht nachgeht“, so Kuhert. Der Investor hatte ein Gutachten erstellen lassen, „das aussagt, dass der Storch von seinem Horst in die andere Richtung fliegt, also von den Windrädern weg. Das ist nicht richtig. Wir haben jetzt sogar den Beweis in Fotos“, so Kuhert, der am vergangenen Wochenende eine Versammlung vor Ort einberufen hatte, zu der rund 25 Bürger kamen. Es waren auch die drei Prignitzer Landtagsabgeordneten Thomas Domres (Die Linke), Gordon Hoffmann (CDU) und Holger Rupprecht (SPD) eingeladen. „Herr Rupprecht hat seinen Büroleiter Marcel Elverich geschickt. Schade, die beiden anderen haben mir noch nicht einmal eine Absage zukommen lassen“, sagte der Ortsvorsteher.

Holger Rupprecht will, wie es hieß, über eine Anfrage versuchen, Klärung zu erlangen. „Der Storch steht unter Artenschutz, man kann doch nicht an den Bestimmungen vorbeigehen“, sagt Kuhert. Genauso sieht er es mit der Abstandsregelung, die nach dem noch gültigen Regionalplan 500 Meter vorsieht. Seiner Ansicht nach werde hier mit zweierlei Maß gemessen. Die 500 Meter sollten von der Wohnbebauung und nicht vom Dorfkern gemessen werden. „Da hat man schnell mal hundert Meter gewonnen.“ Die Windräder werden jedoch im ausgewiesenen Windeignungsgebiet errichtet, für die Gemarkung Kribbe, wo bereits 17, 18 Anlagen stehen, gibt es keinen Bebauungsplan. Nach Baugesetzbuch sei das Vorhaben rechtens, wie Bauamtsleiter Christian Gadow anmerkte. Vielleicht könne man zumindest das eine wegen des Storchenschutzes verhindern.

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