zur Navigation springen

Motorsport am Badesee : Stockcarrennen soll nach Lenzen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wootzer Motorsportverein darf die stadteigene Fläche gegenüber der Badeanstalt am Pfingstwochenende für die Veranstaltung nutzen

von
erstellt am 26.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Seit fünf Jahren findet einer von vier Läufen der Rennserie um die Norddeutsche Stockcarmeisterschaft im Motorsportpark „Eichhölzer Weg“ in Perleberg statt. Dieses Jahr ist Schluss damit. Weil die Stadt Perleberg das Gelände gekauft hat und das Areal zunächst nicht mehr für Veranstaltungen dieser Art freigeben kann, suchte der Veranstalter, der Verein Polk High Stockcarteam Wootz e. V., nach einer Ausweichmöglichkeit. Diese fand er auf dem Gelände gegenüber der Lenzener Badeanstalt.

Einstimmig genehmigten die Lenzener Stadtvertreter am Mittwochabend den Antrag des Wootzer Vereins, in welchem er um die Nutzung der stadteigenen Fläche bat. Für die Lenzener bedeutet das, dass sie am Pfingstwochenende mit rund 100 Rennfahrzeugen und 500 Zuschauern rechnen müssen. Betroffen sind zwischen dem 6. und 8. Juni insbesondere die Gäste der Badeanstalt und die Kleingärtner in der Gartensparte zwischen Rekener Straße und B 195. Sie können diesen „Motorsporthöhepunkt“, wie der Verein verspricht, aus der ersten Reihe miterleben. Zwar wolle der Wootzer Verein Schalldämpfer rings um die Rennbahn errichten, zu erwarten sind wohl aber dennoch heulende Motoren, krachendes Blech, jubelndes Publikum und laute Musik, die die Feiertagsstille durchbrechen werden.

Die Stadtverordneten sehen darin kein Problem: Sie befürworten die Veranstaltung, „solange der Zugang zur Badeanstalt sicher gestellt ist“, so die einhellige Meinung. Torsten Wagner hält die Veranstaltung für eine „glückliche Fügung“ für Lenzen. „Dass so ein Großevent hier stattfindet, ist doch etwas Positives“, sagte er. So ließen sich städtische Unternehmer in die Veranstaltung einbinden, wie es auch der Wootzer Verein vorschlägt.

Auch der Vereinsvorsitzende der Gartensparte, Horst Dieter Riesen, äußert sich positiv und glaubt nicht, dass sich die Kleingärtner von dem Lärm belästigt fühlen. „Von meiner Seite gibt es keine Einwendungen. Schließlich ist das nicht die erste Veranstaltung, die auf dem Gelände stattfindet. Das Tor zur Rekener Straße werde ich schließen und stattdessen das zur B 195 hin öffnen, dann ist der Zugang gewährleistet und es kann nichts passieren.“

Kai-Uwe Hülsebeck vom Polk High Stockcarteam Wootz ist froh, endlich einen alternativen Veranstaltungsort gefunden zu haben. „Wir hatten bei mehreren landwirtschaftlichen Betrieben in der Region angefragt, ob wir deren Flächen nutzen können. Die Suche verlief erfolglos, denn landwirtschaftliche Unternehmen müssen Auflagen erfüllen, nach denen sie ihre Flächen nicht zweckentfremdet nutzen dürfen.

Auflagen hat auch die Stadt Perleberg zu erfüllen, nachdem sie das Gelände im alten Gewerbegebiet gekauft hat. Das Areal muss auf Kriegsaltlasten sondiert und geräumt werden, erst dann darf es zur weiteren Nutzung freigegeben werden. Die Stadt habe dem Verein erst vor kurzem mitgeteilt, dass man mit der Munitionsräumung mit ungefähr sechs Monaten rechne. „Wir brauchten daher eine schnelle Lösung“, so Hülsebeck.

Die letzte Entscheidung jedoch trifft der Landkreis. Erst wenn dieser dem Verein eine für Motorsportveranstaltungen notwendige immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt, kann das Rennen tatsächlich stattfinden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen