Bahnhof Groß Pankow : Still ruht der See

Das Groß Pankower Bahnhofsgebäude wurde bereits 2014 an einen Investor verkauft.
Foto:
1 von 1
Das Groß Pankower Bahnhofsgebäude wurde bereits 2014 an einen Investor verkauft.

Immobilienkäufer setzte sich inzwischen persönlich mit der Gemeinde in Verbindung / Noch wird das Haus allerdings von der Bahn genutzt

von
26. Juli 2015, 12:00 Uhr

Vor gut einem Jahr wurde das Groß Pankower Bahnhofsgebäude in Berlin vom Auktionshaus Karhausen versteigert. Der gebürtige Inder Inderjit Chauhan Singh wurde neuer Besitzer der Immobilie. Er sei der einzige Bieter gewesen und habe den Zuschlag zum Startpreis von 12 500 Euro erhalten, berichtete seinerzeit die „Berliner Morgenpost“.

Seither tut sich – zumindest äußerlich – nichts an dem Gebäude. Der „Prignitzer“ erkundigte sich im Bauamt der Gemeinde nach dem aktuellen Stand der Dinge und erfuhr, dass es inzwischen ein persönliches Gespräch mit dem Immobilienbesitzer in Groß Pankow gegeben habe und dass er das Bahnhofsgebäude vor kurzem auch persönlich in Augenschein genommen habe. Wie Bauamtsleiter Halldor Lugowski informiert, stehe Inderjit Chauhan Singh Ideen der Gemeinde für eine künftige Nutzung des Objekts aufgeschlossen gegenüber, das heißt, eine solche Idee könnte durchaus gemeinsam umgesetzt werden. Das sei allerdings momentan noch Zukunftsmusik, denn für den Betrieb der Schranke sei das Haus derzeit noch an die Bahn verpachtet. Erst mit einer Automatisierung der Schrankenanlage, die für 2017 geplant ist, würde das Gebäude auch gänzlich für andere Zwecke zur Verfügung stehen. Die lange Schranke soll dann übrigens einer Halbschranke weichen. Gegenwärtig, so Lugowski, gebe es aber noch keine Nutzungsidee.

Mehr als 100 Immobilien aus ganz Deutschland kamen im April vergangenen Jahres unter den Hammer, darunter drei Bahnhofsgebäude aus der Mark, zwei von ihnen liegen an aktiven Bahnstrecken, eines davon ist das in Groß Pankow. Laut „Berliner Morgenpost“ hatte Inderjit Chauhan Singh eigentlich das kleine Bahnhofsgebäude in Golzow (Potsdam-Mittelmark) im Fokus gehabt. Der Berliner Stadtverkehr verhinderte jedoch eine pünktliche Ankunft des Investors zur Auktion – der Golzower Bahnhof war bereits für 23 000 Euro an den Mann gebracht worden. Der 67-Jährige ist nun dennoch Besitzer eines kleinen Bahnhofs. Seinerzeit ging der Investor davon aus, dass er 30 000 Euro bestimmt in die Immobilie ’reinstecken müsse, um sie zu sanieren. Allerdings sei dies sein Hobby.

Was man nun mit so einem Bahnhof mache, fragte Laura Réthy von der „Berliner Morgenpost“ nach dem Versteigungstermin: Chauhan erklärte, er habe das Gebäude für seine Tochter gekauft. Sie hat ihn darum gebeten, etwas zu ersteigern. „Also ersteigert Papa.“ Der Bahnhof ist unbewohnt. Im Erdgeschoss wird ein Teil der Räume dienstlich von der Bahn genutzt für den bereits erwähnten Betrieb der Schrankenanlage.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen